Mai u. Juni 1709.
1515
nämlichen Tag wie der französische die Abordnung einer Deputation in seine Wohnung verlangt, ohne dieKit der Audienz näher anzugeben. Die Tagsazung entnimmt aber aus den Abschieden vom 26. April 1689und 19. September 170«, daß zu einem fremden Gesandten eine von ihm verlangte Abordnung nicht bewilligt">ird, wenn er nicht zuvor persönlich oder im Krankheitsfall schriftlich seinen Vortrag eingegeben hat. Es isti>ics dem kaiserlichen Botschafter bedeutet worden und von ihm der Bericht eingegangen, daß er wirklich eine6ur mache worauf dann eine Abordnung an ihn abgcschikt wird, um dessen mündliche Proposition inSchrift zu begehren. Hierauf geht am 29. Mai folgender schriftlicher Vortrag ein: Der Kaiser habe bereitsErgangenen Herbst Vorstellungen wegen der Toggenburger Zustände an die Orte Zürich und Bern gelangen'"W; inzwischen hätten sich die Sachen durch die offene Auflehnung der Toggenburger noch ernster gestaltet.
Kaiser als Lchenhcrr könne die Wirrnisse nicht weiter gedeihen lassen, und wünsche deren Beilegung^rch die Kantone selbst Wenn aber die Untcrthanen im Toggcnburg in ihren Bestrebungen widerrechtlichen^s'and finden sollten müßte er die Sache an das Reich bringen. Im Weitern bestreitet die Eingabe die^'"Wendung in der Antwort der Stände Zürich und Bern, daß die ReichSobcrhcrrlichkeit durch die BeziehungenIburgs zur Eidgenossenschaft aufgehört habe und bezieht sich auf die Lehenaete aller Abte seit 1-169"Ud den westphälischcn Frieden, bei dem der Abt öffentlich erklärt hatte, beim Retche zu verbleiben. Der6-user wolle die Bündnisse deö AbteS mit den Eidgenossen keineswegs umstoßen, vielmehr wünschte er den"">S"gigm Streit durch leztere, freilich ohne deö Reiches Nach.heil beigelegt. Dieser Wunsch werde neuer-es geltend gemacht; so gern der Kaiser die Eidgenossenschaft im Genüsse der erlangten Reichsunabhängigkeitebenso sehr müßte er bei fortgesezten Kränkungen deö Abtes sich seines Lehenmanneö annehmen.Beßlich wünscht der Botschafter eine schleunige Antwort, da er die Erklärung der Tagsazung sofort seinemübermitteln müsse. Die Tagsazung beschließt, diese Eingabe wegen ihrer Wichtigkeit nicht sofort zu>>vor.e„, sonder., vorerst die Entschließungen der Obern darüber einzuholen. Unterm 13. Inn. beschwert'>r Botschafter neuerdings, daß die Toggenburger durch die Aneignung deö B.utgerichtes über verschiedene^-'häter in die Rechte des Abtes eingegriffen hätten, und ersucht um sofort.ge Abstellung dteseö Land-^i-hüS und um Beantwortung seines frühern Memorials. Am 20. Juni ergeht hierauf die Antwort, man°be» in Berathung, wie das Toggenburgergeschäft in Minne erledigt werden könne, und werde n.chtö>asstn, dasselbe ,« fördern. Die Gesandten deö Abtes erklären, sie hätten keine Antwort zu geben, we.l^ kaiserliche Botschafter keintt.ei Gesuch a» sie gestellt habe. «. Die Gesandten von Appenzell beider^"ben verlangen von den Ständen ihre Mitwirkung dafür, daß der Art.kel ... dem Bundn.ß des Ka.sersde.,, Abte von St Gallen betreffend die vom st. gallischen Stiftsland losgerissenen Lande wieder aufge-> werde Der preußische Gesandte Metternich zeigt an, daß er von seine». Hose als außerordentlicherzu der Friedensverhandlung nach dem Haag berufen worden sei. Diese Anzeige wird unter SegenS->schc» für diese Aufgabe uud die Reise verdankt, Der Markgraf von Baden-Durlach ersucht durch'> geheime» Rath IM Marder von Basel mittelst eines Memorials vom 28. Mai, bei gegenwärtiger^..ö..,..„Handlung dahin'zu wirken, daß seine ober» Herrschaften, namentlich die Herrschaft Röteln und? Theil der Herrschaft Badenweiler bis zum Heiterheimer Bach, als neutrales Gebiet erklärt werden. Auöan Instruction wird dieses Gesuch auf die nächste Jahrrechnung geschlagen. I.. Von den Generälen,, "k" und Hauptleuten der zwei in kaiserlichen Diensten stehenden Rcg.menter .st daö angelegentliche Gesuch>S-".ge„, den .taiser dahin zu vcrmögcn, daß beide Regimenter b.S künft.gcn Juli zu einer endlichen""ußrech,.u,.z mit de... Eommissariat gelangen und dann für die Guthaben durch Anweisung sicherer Fonds