Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
280
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280nigs riethen auch wohl mehrere Anhänger des Herzogsvon Orleans. Sie wußten sich das Ansehn zu geben,als meinten sie es noch so ehrlich mit dem Hofe; sannenaber nur darauf, wie sie dem Oberhaupte ihrer Parthei denWeg zum Throne bahnen könnten. Man wußte nicht ein-mal recht, was man von Lafayette denken sollte. DieZurüstungen zur Reise wurden gemacht, ohne daß das Min-deste davon zu seiner Kenntniß gelangte. Er war, für denAugenblick, entweder der kurzsehendste, oder der treulose-sie aller Staatsbeamten.Die nähern Umstände dieser Begebenheit, welche fürden 10. Aug. des folgenden Jahrs einen so scheinbarenVorwand gab, sind hinlänglich bekannt. Wir laden unsereLeser ein, jenes Memoire nochmals durch zu sehen, welchesLudwig XVI. bei seiner Abreise versiegelt hinterließ,und das seinem Intendanten Laporte sollte zugestellt wer-den. Dies Memoire spricht eigentlich das Verdammungs-urtheil über das Benehmen des Königs aus. Nie vermoch-te er es zu rechtfertigen, daß er seinen Ministern irgendeine Ordre zu unterzeichnen verboten, daß er dem Siegel-bewahrer den Gebrauch des Siegels untersagt hatte. Dashieß denn doch offenbar: ich will einen Bürgerkrieg. Esscheint, daß Ludwig XVI., oder vielmehr sein Hof, aufeinen weit stärkern Anhang rechnete, als er wirklich hatte.Man liest aber auch in dieser Denkschrift mehrere sehrvollwichtige und gegründete Beschuldigungen gegen diekonstituirende Versammlung. Der König wirft den Gesetz-gebern vor, daß sie die Schranken ihrer Vollmacht über-schreiten, indem sie sich mit der Gerechtigkeitspflege und denAngelegenheiten des Innern beschäftigen; daß sie in ihremUntersuchungsausschusse den grausamsten aller Despotismen