Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
277
Einzelbild herunterladen
 

Blutige Ereignisse zu Castelneau, im Departe-ment von Aude, am 16. Juni 1791.Vier Freiwillige ſangen ein patriotiſches Lied; es waram Morgen. Zwei Adliche gehen bei ihnen vorüber. Letz-tere hatten zu Ende des vorigen Jahrs an einer Zusam-menrottung mehrerer Edelleute Theil genommen, welche dieErmordung dreier Bauern zu St. Cyprien zur Folge hatte;von der wir aber keine weitere Nachrichten erlangen konnten.Die beiden Vormaligen, Namens von Belude,gehn zu einem Offizier der Nationalgarde, der so eben miteinem kleinen Detaschement über den Platz zieht, und sagenihm mit einem Ton, wie man ihn an diesen Herrn gewohntist:Wir verlangen, daß sie diesen ungeschliffenen Sängerndas Maul verbieten. Ich hab' kein Recht dazu, entge-gnet der Offizier; und im übrigen thun sie auch niemandetwas zu Leid.Statt aller weitern Antwort schlägt der eine Beludeden Offizier mit seinem Degen ins Gesicht; das Blut fließt.Die Freiwilligen fallen über ihn her, um ihren Befehlsha-ber zu schützen und zu rächen. Die beiden Belude entflie-hen und verschanzen sich, mit Hülfe ihres Bedienten, inihrem Hause. Man belagert sie in demselben. Allein unsredrei Bösewichte sind reichlich mit Gewehr versehn, schie-ßen aus dem obern Stockwerke, tödten zwei Bürger undverwunden eine große Zahl. Als sie sehn, daß das Volkvon allen Seiten herbeiströmt, steigen sie in den Keller her-ab, und geben durch die Luftlöcher eine noch weit mörde-rischere Salve. Die Belagerer arbeiten eine Oefnung indie Mauer; der erste Freiwillige aber, der durch diese Bre=