274nigstens zu rächen. Man wollte die Menge anreden und ihrvorstellen, daß sie dem Gesetz entgegen handle. Auf einmalruft jemand den obrigkeitlichen Personen zu: „Seht ihrdenn nicht, daß dies Protestanten sind, welche unsre heili-ge Religion gern ausrotten möchten?“ In der That er-kannte man zwei von dieser Sekte unter den Aufgewiegel-ten. Was bei dem ganzen Handel das Schlimmste war,ist dies: mehrere Bürger trugen Wunden davon, und einerbüßte sogar das Leben ein.Mordthat, begangen zu Soissons, am 26.Mai 1791.Zwei Bürger, von denen der eine die Artilleristenuniformträgt, begeben sich zum Gemeindeprokurator. Der eine vonihnen bleibt im Hofe; der andre geräth in Zwist mit Che-valier, (dies ist der Name jenes Beamten.) Endlichsind beide wieder im Begriff hinwegzugehn, als derjenige,welcher die Uniform trägt, einen so gewaltigen Säbelhiebin den Rücken bekommt, daß die Spitze des Mordgewehrszur Brust herausdringt.Diese abscheuliche That blieb ungestraft; und dasVolk von Seissons war gemäßigt genug, um der strafbarenSaumseligkeit der Gerichte nicht vorzugreifen. Chevalierentfernte sich, und die Thür seines Hauses blieb lang mitdem Blut bezeichnet, daß er entweder selbst vergossen, oderdessen Vergießung er befohlen hatte. Diese große Versa-gung des Rechts bewirkte nicht die geringste Unordnung.Die Einwohner dieser Gemeinde waren freilich aufge-bracht; aber sie erwarteten mit Geduld eine in die Augenfallende Genugthuung, die ihnen inzwischen niemals wurde.Auf diese letztern Umstände legen wir deshalb ein so großes
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