Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
260
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260Verschwörer zu Lyon, im Dez. 1790.Die franz. Revolution hat viel Blut gekostet. Aber eswär' dessen noch ungleich mehr geflossen, wenn nur eineeinzige von den zahllosen Verschwörungen gelungen wäre,die der Adel mit rastloser Thätigkeit entwarf. Allein zumGlück für Frankreich hatten all' diese Verschwörer wederKopf noch Muth genug, um ihre verderblichen Plane inAusführung zu bringen. Die Stadt Lyon war jederzeit ei-ner der vorzüglichsten Punkte, auf welchen die treulosen undgrausamen Anschläge der Feinde des Vaterlandes sich ver-einigten. Die Verschwörung, welche im Laufe des Christ-monds ausbrechen sollte, hatte mehrere Flugschriften zuVorboten. Sie waren darauf berechnet, den Gemeingeistzu verderben. Dies war ein sehr gewöhnlicher Kunstgriffdes Adels; und wenn die Königsfreunde sich zuweilen aufdie ersten Grundsätze des Rechts berufen, und die heiligeFreiheit der Presse vertheidigt haben so lasse man sichdadurch ja nicht täuschen! Sie wollten ihr Vaterland er-morden; und die Mittel, welche zu dessen Wiedergeburt nö-thig waren, sollten in ihren Händen zu Werkzeugen seinesVerderbens werden.Den 10. Dez. wollten sich einige brave Edelleute,die nur wegen des Briefwechsels mit den ausgewandertenPrinzen in Frankreich geblieben waren, auf einem öffent-lichen Platze unter das versammelte Volk mischen, und das-selbe dahin zu bringen suchen, daß es die alte Ordnung derDinge zurückfordere. Der reichlich ausgetheilte Wein solltedas Uebrige thun. Die betrunkene Menge, von einigentausend nüchternen und gut bewaffneten Männern unter-stützt, sollte auf der Heerstraße den Prinzen entgegen ziehn.