259brachten sie auch eine, nicht unbedeutende, Verbindung zuStande. Doch würden sie, auf ihre eigenen Kräfte be-schränkt, immer noch leicht zu bändigen gewesen seyn. Al-lein Marseille bot ihnen Unterstützung und Hülfsquellen an.Am 14. Dez. 1790 erfolgte der erste Ausbruchihrer Wuth; ein Volkshause, der aus Marseille ausgezogenwar, gab dazu die nächste Veranlassung. Nicht allein Ar-les, sondern auch der ganze Distrikt von Aix ward derSchauplatz einer Menge blutiger Szenen. Zwei Bürgervon Arles kamen dabei um ihr Leben. Die überspanntenRevolutionsfreunde — und deren gab es vorzüglich viele zuAix—erhoben kühn ihre Häupter und rissen alle Gewalt ansich. Diejenigen, welche sich ausschließend den Namen derPatrioten beilegten, äußerten öffentlich, daß sie mit denKöpfen der Reichen und der Aristokraten Kegelſchieben wollten.Die Schamhaftigkeit ward in diesen Tagen eben sohöhnisch unter die Füße getreten wie die Menschlichkeit.Endlich ermannen sich die guten Bürger und schließensich aneinander. Die Räuber, denen dadurch ihr Spiel ver-dorben wird, schreien über eine Gegenrevolution; die Volks-gesellschaft zu Marseille schreibt und droht; sie schickt Kom-missarien; das Departement sendet deren gleichfalls. EineProklamation stellt die Ruhe wieder her, aber doch nurauf einige Zeit.Am 14. Juli des folgenden Jahres weigert sich die Na-tionalgarde von Arles, bei der damaligen Föderation zuerscheinen. In der Nacht auf den 18. empört sie sich ge-gen ihre Offiziere und verwundet zwei Bürger, von deneneiner an seinen Wunden stirbt. Das Weitere dieser Auf-tritte erlassen wir unsern Lesern.17*
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