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Juli 1698.
Slttt.
Geheime Konferenz der sämmtlichen katholische» Orte und Wallis während der Jahrrechmings-
Tagsaznng zn
Baden. liiM, Juli.
Staatsarchiv Zürich. Ungkbuiidcnc Abschiede.
Gesandte: Die nämlichen wie bei der Tagsaznng.
Luccrn fragt an, was die Orte behufs Vollziehung des leztcn Abschieds von Luccrn, bezüglich derBefestigung von Rappcrswpl, Frciburg lind Ölten, des VorrathsmagazinS in der st. gallischen Landschaftu. s. w. beschlossen haben. Luccrn selbst erklärt, seinerseits bereits eine namhafte Summe für allerlei Kriegs-vorräthe verwendet zu haben. Die Schirmorte von RappcrSwyl eröffnen, sie hätten sich mit der Sachewirklich befaßt und beschlossen, das Schloß daselbst zu befestigen, die Brükc zu verwahren und einige Flößein Bereitschaft zu halten. Zu dem Ende haben sie den französischen Ambassador um Zusendung eines gcschiktcnIngenieurs ersucht, damit dieser den Ort in Augenschein nehme und die nöthigcn Baupläne und Kosten-Voranschläge mache, um darnach die Aufbringung der nöthigcn Mittel in Bcrathung ziehen zu können.In lezter Hinsicht wollen sie durch den Nuntius den Papst um eine Beisteuer angehen. Schwyz fügt nochbei, eö beabsichtige auch die Secufcr auf seiner Seite zu verwahren, damit die Zürcher nicht so leicht anländcnkönnen. Freiburg hat durch einen berühmten Ingenieur einen Bcfcstigungöplan fertigen lassen, der auchandern namhaften Ingenieurs vorgewiesen und von diesen gutgeheißen wurde. Laut diesem Plane solle einBollwerk für sich allein über fünfzig Klafter hoch werden, durch welches nur ein Thcil der Stadt beschirmtwürde; mit Rüksicht auf die dahcrigen unerträglichen Kosten sei aber der Rath noch nicht entschlossen, ob erdie Stadt befestigen oder außer derselben ein Schirmwcrk aufführen wolle. Solothurn hat die Hauptstadtschon in Sicherheit gesezt, und ist zu Gutem der übrigen katholischen Orte bereit, eine namhafte Summeauszugeben, um Ölten in bessern VcrtheidigungSstand zu sezcn, für welchen Fall ihm aber Beihilfe anMunition, Proviant und Mannschaft zu leisten wäre. Was die Mannschaft betrifft, glaubt Solothurn, derBischof von Basel sollte im Kriegsfall 15l)l1 Mann nach Ölten legen. Der Fürstabt von St. Gallen istbereit, an einem bequemen Ort ein Vorrathömagazin zu errichten, er verlangt aber hiefür die Hilfe derGeistlichkeit im Thurgau, deren Beiträge, wie früher schon verabschiedet, in keinen gelegenem Ort abgeführtwerden könnten. Ebenso ist der Abt bereit, die nothwendigen Befcstigungswcrkc, für welche demnächst eintauglicher Ingenieur berufen werde, auszuführen; als der geeignetste Ort erscheint vorderhand Wyl. Wallisersucht um etwelche Provision für seine Mannschaft und wünscht zu vernehmen, in welcher Weise eS imKriegsfall vorgehen solle, ob cS sich mit Frciburg in Verbindung zu sezen, oder eine Diversion zu machen,oder die Berner an verschiedenen Orten anzugreifen habe. Die gesammte Confercnz findet, es sei überausviel an der Behauptung von Rappcrswhl und dcS Passes durch den Hnmmelwald gelegen; wenn das eineoder andere verloren geht, ist die Verbindung von Zürich und Gleims nicht mehr zu hindern, und der Abtund Jnncrrhodcn sind von den übrigen katholischen Orten abgeschnitten. Ebenso nothwcndig wird diefcstigung der Stadt Frciburg gefunden. Statt der Verbindung von Wallis mit Frciburg, die schwer z"bewerkstelligen wäre, hält man für besser, wenn Wallis entweder durch Einfälle an verschiedenen Orten