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6,2,a (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1681 bis 1712
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Mai 1698.

das Schreiben dcö neuen Gesandten an sämmtlichc Orte in französischer und deutscher Sprache angehört undZürich mit der herkömmlichen Erwiederung beauftragt. Alsdann begibt sich die ganze Session auf die ange-zeigte Audicnzstundc zu dem Ambassador, welcher zum Empfang bis in den Hof vor der HauSportc entgegen-kommt und die Ehrengesandtcn in den untern Saal begleitet. Daselbst hält Bürgermeister Meyer von Zürichin gemeinem Namen die übliche Bcglükwünschungsrcde, worauf der Botschafter in seiner französisch und deutschgedruktcn Antrittsrede erwicdcrt, er sei an diesen Posten berufen worden, nicht seiner Verdienste und Fähigkeitenwegen, sondern weil er bisher mit den Eidgenossen wohlwollende Beziehungen gehabt habe und der Königihnen dadurch habe angenehm sein wollen; dieser Posten sei für ihn eine Auszeichnung; er werde in dieFußstapfcn seiner Vorgänger eintreten, welche als Privatpersonen und als Minister dcö Königs gegen dieEidgenossenschaft stets den höchsten Respekt gehabt; nicht ohne besonder» Grund schike der König dermaleneinen Mann, der unter den Waffen aufcrzogcn worden sei; in dem glorreichen Kriege, den Frankreich dulcztcn Jahre geführt und den der König in so hochherziger Weise mit einem Friedensschlüsse beendigt, habe»die Eidgenossen unsterbliche Waffcnthatcn verübt; es sei nun billig, daß zu ihnen in Anerkennung ihrerDienste ein Kriegsmann gesendet werde, um die beidseitigen bundcSgcmäßcn Beziehungen fortzusczen; dieseswerde er, der Gesandte, thun mit aller Aufrichtigkeit, da ein der Waffen gewohnter Mann die Ränke einerarglistigen Politik zu üben unfähig wäre. Nach dieser Rede wird jedem Ort das für es bestimmte Crcditwauf Pergament mit des Königs Unterschrift und Sigill versehen zugestellt. Nachdem man hierauf einigeZeit mit Besichtigung derHofstatt" und andcrm und mit Privatgeschäften zugebracht, wird der übrige Theüdes TagcS bis am Abend an der im untern Saal gcdcktcn Tafel fröhlich verlebt. I». Das zweite Gcschastbildet die im verflossenen April zu Baden besprochene Reduktion und Dicnstabändcrung der in Frankreichdienenden Truppen. Nach Ablesung der damaligen Verhandlungen und Eröffnung der Instruktionen fällt dieAnsicht aller Orte übereinstimmend dahin aus, es sei eine lautere Unmöglichkeit, den Dienst auf diesem F"efortzusczen, und man solle daher dem König, der in seinem Antwortschreiben durch die fragliche Reform eine»Beweis seines Wohlwollens gegen die Eidgenossenschaft zu leisten gemeint habe, durch ein einläßlich^Schreiben nebst beigefügtem Memorial das Schädliche dieser Veränderung vorstellen. In Bcrüksichtiguuöaber, daß dem neuen Gesandten gleich bei seinem Amtsantritt die Vermittlung eines solchen Schreibens »»-beliebig fällt, wogegen er unterbleibenden Falls sich geneigt erkläre, von sich aus seine guten Dienste Z"einer Remcdur anzuwenden, wird von dem beabsichtigten Schreiben um so mehr abstrahirt, als ein bezüglich^Memorial bereits dem frühem Gesandten Amclot eingegeben und wenigstens theilwcise dem König mitgcthcstlworden war. ES wird daher beantragt, dem Gesandten durch einen Ausschuß mündlich vorstellen zu lasst»,daß der Dienst in der angebotenen Weise unmöglich sei und daß, wenn nicht wenigstens die im Jahre i»abgeschlossene Kapitulation genau rcintcgrirt würde, man den Dienst aufgeben müßte; vorher aber behaltman sich vor, den König genau zu informircn und die Verwendung seines Gesandten in Anspruch zu nch»""'damit auf die nächste Jahrrcchnungstagsazung eine Antwort eintreffen könne. Frciburg will den Gesandt"nicht umgehen, findet aber ein Schreiben an den König unerläßlich. Dem Ausschuß wird darüber vom ^sandteil eröffnet, daß cS ihm nicht angenehm wäre, wenn gleich im Anfang seiner Mission dircct an dc>'König geschrieben würde, während er doch seine guten Dienste aufrichtig anbiete und er, der GesangHoffnung auf Erfolg habe; sofern man aber in seine Person Mißtrauen sezc, werde er ein allsällllssSchreiben an den Hof befördern und untcrstüzcn, müsse sich dann aber ein Verzcichniß der Beschwerden a»^bitten. Dieses lczterc Ansinnen, welches neue Ncgotiationcn, denen man gerade ausweichen wollte, nach