Druckschrift 
6,2,a (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1681 bis 1712
Entstehung
Seite
588
Einzelbild herunterladen
 

588

Deccmber 1695.

Repräsentanten dein französischen Gesandten beliebt gemacht werden; -1. die Gesandten sollen sofort abrciic»,sobald dieser Beschluß von Zürich und Bern genehmigt sei. Auf die Mitteilung dieses Beschlusses sprichtStatthalter Heß seine Genehmigung aus, Herr Jmhof behält sich dagegen die Entscheidung seiner Ober»vor, weshalb er sofort einen Eilboten nach Bern sendet. Nach drei Tagen bringt dieser den Beschluß ^Zweihundert zurük, dahin gehend, daß vor Aberlaß der Gesandtschaft eine evangelische Confcrcnz besann'"^werden soll, um Alles zu berathcn und jegliche Gefährde der Freiheit und Religion zu verhüten. Dieserschluß wird von den Zweihundert der Stadt Genf in der Weise genehmigt, daß die heimkehrenden RcpräN"tanten über die Lage der Dinge mündlich berichten sollen, und daß dann, wenn Zürich und Bern duevangelische Konferenz noch nöthig finden, die Gesandtschaft ihre Abreise bis auf wettern Bericht verschickwerde.

Eine umständliche Relation über diese Gesandtschaft der Herren Heß und Zmhof »ach Genf floß aus der Federnachmaligen bernischen Rathsherrn Samuel Mutach. Sie ist angeführt in Hallers Bibliothek der Schweizer -Gesch^'Bd. V, Nro. t4KS.

3t!t.

Conferenz der katholische» Orte sammt dem Abt von St. Galle».

Lueern. lL. bis Ni. December.

Staatsarchiv vucer». All». Absch. Bd I.XXXl, f<>I. 24«.

Gesandte: Luccrn. Johann Rudolph Dürlcr, Ritter, Schultheiß und Panncrherr; Aurelian 6^gilgcn, alt-Schulthciß und Bcnner; Rudolph Mohr, Ritter, Statthalter und Stadtvcnncr; JohannSchwytzcr, Obcrzcughcrr. Uri. Sebastian Emanuel Tanncr, Landammanil; Jost Azariaö Schniid,

Halter. Schwpz. Rochus Abybcrg, Landammann; Anton Jgnaz Ceberg, des Raths. Untcrwaldc"Sebastian Müller, Bauherr von Obwaldcn; Joseph Karl Lussi, Ritter, Landammann und Panncrherr r""Nidwaldcn. Zug. Beat Kaspar Zurlaubcn, Ammann; Kaspar Euster lind Christoph Andcrmatt, beide »Ammann. Katholisch Glarus. Johann Ludwig Tschudi, Ritter, Landammann. Freiburg. Franz ,Bondcrwcid, des Raths; Franz Augustin von Dicßbach, Bürgermeister und des Raths. Solothurn.Suri, Venncr; Johann Ludwig von Roll, Sckclmcistcr. Appcnzcll-Jnncrrhodcn. Ulrich Sutcr,ammann. Abt von St. Gallen. Georg Wilhelm Ringk, Landhofmcister.

In Folge der aus der Behandlung des Wartaucrgcschäftcs und aus den dabei zu Tage gctu ^ ^ ^Absichten der unkatholischcn Orte gezogenen Lehren lvird diese Confcrcnz gehalten und gewissermaßen ^Einleitung als höchst nöthig anerkannt, daß über die Verschwiegenheit in Staats- und Rcligionö-,aber in Kricgssachcn eine genügsame Vorkehrung getroffen werde. Es hat sich nämlich gezeigt, daß vo»Verhandlungen der Kricgöräthc zu Wcggis, die doch höchst geheim hätten gehalten werden sollen, inöffentlich und unter Anführung von Specialitäten und Hinwcisung auf die Quelle geredet worden seu ^nicht weniger Bestürzung hat man vernehmen müssen, daß der besondere Abschied der katholischen Or"' ^1632 abschriftlich in Zürich liege und daß daraus verschiedene Einwürfe gegen die Katholischen „wurden. Da aber die Gehcimdc die Seele eines guten RathschlagS ist, wird dringend nöthig bcfn" ^nach dem Beispiel der Gegenpartei, von deren Rathschlägen wir nicht daö Mindeste penetrircn könne»,