— 235der Stadt ankamen, verbreiteten das Gerücht: in Lothrin-gen solle eine Gegenrevolution bewirkt werden. Mehr be-durfte es nicht, um die erhitzten Gemüther in steter Span-nung zu halten. Die Ankunft des Marquis von Bouil-le ließ wegen der Wirklichkeit dieses Anschlags gar keinenZweifel übrig. Dieser General war an der Spitze mehre-rer Regimenter, die im Jahr 1789 bei Versailles im La-ger gestanden hatten, von Metz aufgebrochen. Die Natio-nalgarde von Metz verließ ihre Heimath und folgte ihmgleichfalls, um mit gewaffneter Hand in Ausführung einesBeschlusses der konstituirenden Versammlung ihm beizustehn.Der General schickte einen kleinen Brief vor sich her.Dieser war an Denoue'n gerichtet, der damals in einemZimmer der Generalswohnung des Regiments Königgesangen saß. In diesem Brief kündigt der Marquis an,daß er Kraft eines Dekrets komme, um die Besatzung zurOrdnung und zum Gehorsam zurück zu führen. Als Be-weis der Reue heischt er, daß Malseigne alsofort inFreiheit gesetzt werde, und zugleich befehlt er diesem, sowie Denoue'n, sich auf dem Wege nach Pont a Moussonmit ihm zu vereinigen.Mittlerweile läßt der Gemeinderath den Generalmarschschlagen; die Kanonen werden an die Thoren gefahren, unddiejenigen, welche damit umzugehn wissen, zu Bedienungderselben aufgefordert. Vernünftige Leute, welche all' dasUnheil ahnen, das aus solchen Anstalten entstehen konnte,begeben sich auf die Munizipalität und verlangen die Rück-nahme der ertheilten Befehle. Allein der Gemeinderatheben so wohl, als das Direktorium, sehn sich genöthigt,dem Anstoß zu folgen, den ihnen die zügellose Menge gege-ben hat, deren Schlachtopfer zu werden sie sonst befürchten
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