Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229In dieser Verlegenheit wendet man sich an die Muni-zipalität, welche ferneren Bericht darüber an das Depar-tementsdirektorium erstattet. Dies giebt eine abschlägigeAntwort. Das Volk murrt laut darüber, und äußert Miß-trauen gegen die konstituirten Gewalten. Um inzwischen ei-ne Deputation, von der die öffentliche Ruhe abhieng, nichtlänger aufzuhalten, wird eine Unterzeichnung eröfnet unddie Abgeordneten machen sich auf den Weg. Doch hattedieser Umstand, der an sich nicht sehr bedeutend war, dieGemüther in einem hohen Grade erbittert. Malseigne,Befehlshaber der Schweitzer, 3) tritt auf, er soll, wieer versichert, die Ferderungen und Klagen dieser Trup-pen untersuchen. Er zeigt sich als ein strenger, störrigerMann; antwortet auf einige unbedeutende Fragen, in Be-treff der Wiedererstattung aber verweist er an die Natio-nalversammlung. Die Schweitzer verlangen mit lauterStimme, daß ihre Sache auf der Stelle entschieden wer-de; um ihren General zum Spruche zu nöthigen, halten sieihn in seiner Wohnung belagert. Er zieht den Degen,3) Malseigne war nicht Befehlshaber der Schweizer. Er warein alter, äußerst rechtschaffener und verdienter General,der sich aber seit 1788 auf seine Güter zurückgezogen hatte,und dort, gleich dem amerikanischen Helden Washington seingrößtes Vergnügen in der Landwirthschaft fand. Er giengauf Befehl des Königs, und mit sehr ausgedehnten Voll-machten, nach Nancy. Sein dortiges Benehmen war ebenso menschlich als tapfer. Daß er ein paar Soldaten ver-wundete, die auf ihn eindrangen, war Pflicht der Selbst-erheirung.Der Uebers..