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Zuli 1K88.
«. Während der JahrrcchnungStagsazung beschäftigen sich die evangelischen Orte wiederholt mit der Ab-schiebung der picmontcsischen Thallcute, deren beförderliche Entfernung wegen der Widcrsczlichkeit, deö llndanksund deö MüssiggangS derselben und wegen deö tollkühnen Versuches von Individuen, von Aiglc n»sgewaltsam durch Wallis wieder in ihre Tbälcr einzudringen, allgemein sehr gewünscht wurde. In Erwartungaber, daß der brandcnburgische Abgeordnete, Kammcrjunkcr Bondcli, nächstens nach Baden komme, werde»keine Beschlüsse gefaßt. Von dem Berichte Basels, daß den Picmontcsen der Paß den Rhein hin»»«"gestattet sei, wird mit Vergnügen Kcnntniß genommen. Herr Bondcli eröffnet bei seiner Ankunft, der Kur-fürst von Brandenburg sei zur Aufnahme der Picmontcsen stets bereit, verlange aber vor dem Abmarsch der-selben die Zusicherung, daß die Stcucrgcldcr auö Holland ihm zur Etablirung der Auswanderer vollständigüberlassen werden. Auf die Erklärung der evangelischen Orte, daß ihnen hierüber keine bestimmte Dispositivzustehe, behält sich Bondcli vor, vom Hofe neue Instruction zu verlangen. Da sich diese Angelegenheit i"verwikeln und in die Länge zu ziehen scheint, kommt man auf den Gedanken, das Anerbieten von Utttch'für die Aufnahme der Picmontcsen anzunehmen; jedoch steht man davon wieder ab, weil mau deshalblängere Verzögerung befürchtet und ein Abbrechen der Unterhandlungen mit dem Kurfürsten von Branden-burg bedenklich erscheint. Daher wird beschlossen, die 4000 Rcichöthalcr, welche von den holländisch"'Steuern nach Basel gesandt worden waren, von dort aber wieder dem Kirchcnrath in der Kurpfalzdringenden Unterstüzung der dort sich aufhaltenden Piemontescn hatten abgegeben werden müssen, aus d""Piemoutcsenfond in Zürich zu crsezen und Herrn Bondcli zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig wird a«die Gencralstaatcn geschrieben, sie möchten ihre Stcucrgcldcr dem Kurfürsten von Brandenburg abliefern'dem lcztcrn wird hicvon Mitteilung gemacht und ihm zugleich berichtet, wie dringend die Beförderung ^Abmarsches dieser Leute sei, namentlich auch deswegen, weil ein Theil derselben so tollkühn versucht ha^gewaltsam wieder in ihre heimatlichen Thälcr zurükzukchrcn. Nachdem Herr Bondcli von diesen Beschlüsse"und Schreiben abschriftlich? Mitthcilung erhalten hatte, erklärt er sich bereit, den Transport der Leute ein?»leiten, sobald er von Herrn Mcrian, brandenburgischcn Residenten zu Frankfurt, die Zusicherung erhalte, d»>'für die Empfangnahme derselben in GeroldShcim gesorgt sei. Um neuen Unannehmlichkeiten und ^wikclungcn auszuweichen, wird ferner beschlossen, die 409 Picmontcsen, welche in das Wallis habendringen wollen, sowie diejenigen, welche das brandcnburgische Domicil ausschlagen, mit einem Reisegeldje drei Rcichöthalern, mit Pässen und Empfehlungen auö dem Lande zu schaffen und dann die Absahtzuerst mit dem Kontingent von Bern zu beginnen. Basel verpflichtet sich, die Leute auf ihrer Schifffahrl ^GeroldShcim in seinen Kosten mit Wein, Käse nnv Brod, und die Kinder mit Milch und Mehl zu vcrsth"'I». Bern beschwert sich über die übergroße Zahl französischer Flüchtlinge, darunter namentlich viele Kr»"^Prcsthaftc und Kinder, welche es zu versorgen habe, so daß ihm entweder ein Theil derselben abgcno»""^oder der Beitrag an den dahcrigcn Fond in Schaffhausen erlassen werden möchte. Die übrigen Orte,vorzüglich Zürich, behaupten, sie hätten eben so viele Beschwerden dieser Flüchtlinge wegen und gebe» ^Hoffnung, Bern weder von seinen kranken und prcsthaftcn Verpflegten abzunehmen, noch von seiner Bciü^Pflicht an den Fond in Schaffhausen zu befreien. Da hiebet auch berichtet wird, daß viele Flucht^welche in Schaffhauscn ihr Reisegeld erhalten habe», wieder aus Deutschland dorthin zurükkehrcn, so
sorgfältige Maßregeln gegen Mißbrauch der angeordneten Unterstüzung empfohlen. «. Auf den 22. Novcwird für die evangelische Eidgenossenschaft ein allgemeiner Fast-, Büß-, Bct- und Danktag fcstgcsezt. " .Pfarrer Manz zu Jllzach wird auf Genehmigung der Obrigkeiten seine Pfrundzulagc von 80 Gulden
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