— 217 —Ueberspannung eines Volks beizumessen sind, welches Zügel-losigkeit und Freiheit mit einander verwechselte. Die alten,eingewurzelten Vorurtheile, die Ränke der Priester und desAdels, so wie die übertriebne Verfeinerung in allen Stän-den haben die schönste der Revolutionen schon frühzeitig umall' ihre heilsamen Folgen gebracht. Es gehörte weit mehrVorsicht dazu, als man wirklich anwendete, um eine alte,seit Jahrhunderten verdorbene und vom Fanatism angesteckteNation in Bewegung zu setzen, und dieser Bewegung diegehörige Richtung zu geben.Der Entwurf eines Bürgerkriegs wird zu Lyonvereitelt, am 26. Juli 1790.Hervieux von Villaret, der bisher Befehlehaber derNationalgarde zu Lyon gewesen war, legte diese Stelle nie-der. Dies verursachte einige Bewegungen. ZweitausendHandwerksleute rotteten sich auf dem Platz Bellecourt zu-sammen und zogen von da nach dem Platz des Terreaux,wo das Gemeindehaus steht. Der Maire redete den Haufenan; allein umsonst, dieser begab sich vielmehr nach dem Ar-senal, belagerte die dasige Wachstube, und nahm einige Flin-ten weg. Die Belagerten wehrten sich dagegen; es kamzum Feuern und zwei Menschen büßten das Leben dabei ein.Die verborgenen Urheber dieses kleinen Aufstandes wolltenes eigentlich dahin bringen, daß das Kriegsgesetz verkündetwerde. Man that es aber nicht; bloß die rothe Fahne wardaufgesteckt. Kaum wehte diese, so trat auch alles in dieOrdnung wieder zurück. Der verrätherische Anschlag: das
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