211fragen: „Bist du ein Protestant?“ Ganz unbefan-gen antwortet der Knabe: „Ja, das bin ich.“ So-gleich wird er todtgeschlagen, und die Mörder verzehren aufseinem Leichname die Speisen, welche der Unschuldige trug.Gegen Abend geräth Maheil, der Vater des Knaben,wegen seines Ausbleibens in Unruhe. Er, seine Gattinsein Sohn und seine drei Töchter machen sich auf, ihn zusuchen. Sie wußten es nicht, daß der abscheuliche Planwar gemacht worden, ihre ganze Familie auszurotten; unddas aus keiner andern Ursach, als weil sie protestantischund patriotisch waren. Ein Haufen Katholiken fällt übersie her; schon sind sie gebunden und sollen abgeführt wer-den. Auf einmal kommt ein Postillon angeritten. „Wasgiebt es da? fragt er. Vielleicht Hugenotten?Schlagt die Hunde todt; schlagt sie todt.“Mit diesen Worten springt er vom Pferde, wirft sich überdie jüngste Tochter her, packt sie bei der Kehle und erwürgtsie ohne Erbarmen.Unter jener Horde von Katholiken befand sich auch ei-ner, Namens Andre, der dem alten Maheil viele Ver-bindlichkeiten hatte. Dieser Undankbare machte sich vorallen andern an seinen Wohlthäter. Der unglücklicheMaheil erinnerte ihn mit der größten Sanftmuth andas ihm erzeigte Gute. „Andre, sagte er: ich habedir ja nie etwas zu Leide gethan.“ Das weiß ichwohl, entgegnet der Unmensch: aber Du bist einProtestant und kein Royalist. Andre Zeiten,andre Sitten. Mit diesen Worten zerschmettert dasUngeheuer den grauen Kopf seines Wohlthäters.Die Gattin des biedern Alten wird an seiner Seiteermordet. Sein ältester Sohn und seine beiden noch übri-14*
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