200Aber dieser Befehl hätte auch sogleich vollzogen werdenmüßen. Es waren ja nicht mehr die vorigen Zeiten. Vie-le Jahre waren verflossen seit dem Ludwig XIV. zur Züch-tigung und Bändigung der Marseiller das Fort St. Johannerbaut und es mit jener merkwürdigen Inschrift, auf latei-nisch, verziert hatte:„Ludwig XIV. vollendete diese Festung, umdie Marseiller im Zaum zu halten, welche aufihre Unabhängigkeit einen allzu großen Werthlegen.Am 30. Apr. gegen Abend rotteten sich mehrere Volks-haufen zusammen; sie schienen ihre Richtung gegen die bei-den Forts St. Nikolaus und St. Johann zu nehmen. DerAdjudant des Befehlshabers in St. Johann, von Beaus-set, benutzte die Dunkelheit, um seinen Posten in gehöri-gen Vertheidigungsstand zu setzen. Die Kanonen wurdenmit Kartätschen geladen und den Soldaten von Vexin-Français der gemessene Befehl gegeben, die Freiwilli-gen mit Gewalt zurück zu treiben. Die Linientruppen, an-statt ihrem unbesonnenen Offizier zu gehorchen, legen dieWaffen nieder, und führen jenen selbst nach dem Gemein-dehause; unterwegs begegnet ihnen ein Haufe Weiber;immer Weiber! — diese halten voll Entschlossenheit denHerrn von Beausset auf und verlangen seinen KopfDer Pöbel strömt gleichfalls herzu und mischt seine Stim-me unter das wilde Geschrei der Weiber. Von Beauf-set geräth über dies alles in die äußerste Bestürzung undsucht sich, durch einen Sprung in die Bude eines Bar-biers, zu retten. Ein Marseiller folgt ihm auf dem Fuße,erreicht ihn und haut mit einem einzigen Hieb den Kopfdes Unglücklichen herunter. Daran läßt man es noch nicht
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