— 193Blutige Unordnungen zu Bedfort, im ehema-ligen Elsaß, im April 1790.Das Regiment Royal=Liégois, welches zu Bedfortin Besatzung lag, empfieng das Husarenregiment von Lau-zun mit vielen Freudenbezeugungen. Man hatte die Sol-daten dieser beiden Korps im Voraus gestimmt. Die Offi-ziere von Royal=Liégois gaben denjenigen von Lau-zun ein prächtiges Gastmal. Ihre Absicht scheint gewesenzu seyn, jene Auftritte zu erneuern, welche einst mit derGarde du Corps zu Versailles am 5. und 6. Oktob. 1789statt gefunden hatten. Am Ende eines großen und allge-meinen Schmauses, bei dem sehr stark getrunken wordenwar, zerstreuten sich die Soldaten, auf Anstiften ihrer Of-fiziere, durch alle Gassen, drangen in die offenen Thürenund schrien aus vollem Halse: „Es lebe der König!Zum Teufel mit der Nationalversammlung!Zum Henker mit der Nation!“ An die Spitze ihrerSäbel hatten sie sämmtlich weiße Tücher befestigt.Zu gleicher Zeit rissen sie die dreifarbige Kokarde vonihren Hüthen, traten sie unter die Füße und steckten dage-gen die weiße auf. Bald giengen sie in ihrer Kühnheitnoch weiter, und zwangen die wehrlosen Bürger, gleich-falls dies Zeichen der Rebellion an ihre Hüthe zu heften.Wer standhaft und patriotisch genug war, um sich dieserZumuthung zu widersetzen, dem hielten sie den Säbel aufdie Brust, bis er ihnen willfahrtete.Das war noch nicht alles. Sie begaben sich sogar nachdem Gemeindehause und drohten den obrigkeitlichen Perso-nen. Der Maire legte seine Schärpe an, wurde aber nurPrüdh. Irrth. kr. Bd.
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