Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192Detaschement Reuterei von Royal=Etranger kommen,um den Kommissarien als Bedeckung zu dienen, und ihremAusspruch den gehörigen Nachdruck zu geben. Eitle Vorsicht!Die Bauern verlangen nichts weiter, als Brüderschaft mitihnen zu machen; all diese bewaffneten Leute umarmen sichDie schwer zu beruhigende Gräfin verlangt gleichwohl, daßdas Kriegsgesetz verkündigt werde; und die Munizipalbeam-ten haben damit wir es nicht stärker ausdrücken dieSchwachheit, in ihr Begehren zu willigen. Während demdaß dies geschieht, läßt sie unter hundert Reuter Geld aus-theilen. Diese, von Wein erhitzt, machen sich mit zwei Ka-nonen auf den Weg nach dem Dorfe, finden dort aber wei-ter niemand, als Kinder, Weiber und Greise. Die Männerhatten sich, bei Annäherung der Linientruppen, von derenTrunkenheit sie benachrichtiget waren, in eine nah gelegneWaldung zurückgezogen, welche mit einem Graben umgebenwar. Die Reuterei rückt bis an denselben vor; fordert dieBauern auf, erhält aber abschlägige Antwort. Jetzt wer-den die, mit Kartätschen geladenen Kanonen los gebrannt;vierzehn Bauern wurden getödtet und eine große Mengewird verwundet. Vermuthlich wären sie alle niedergemetzeltworden; die Menschlichkeit einiger Veteranen rettete ihnendas Leben. Diese braven Krieger errötheten und schämtensich einer solchen Expedition. Hundert Gefangene wurdengemacht; ein ehrwürdiger, achtzigjähriger Landmann wardarunter, der eine schwere Wunde bekommen hatte.Dieser Auftritt hatte weiter keine Folgen; doch setzteer die Denkweise der Adlichen eben in kein günstiges Licht.Bluti-