Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
181
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181Das Betragen des Pariser Volks war bei dieser Gele-genheit um nichts besser, als die Aufführung seiner Ma-gistratspersonen, seiner Militärchefs und andrer; aber eskann leichter entschuldigt werden. Man hatte es recht ab-sichtlich darauf angelegt, es irre zu leiten. Die Standhaf-tigkeit und Fassung des Unglücklichen konnte auf einen, ge-gen ihn eingenommenen Haufen nichts wirken. Aufgeklär-tere Bürger würden Aufschub und Revision des Prozessesverlangt haben. Aber die Schandthat mußte, wie es scheintwirklich vollzogen werden. Doch verliert die Nachwelt da-durch auf keine Weise das Recht, sich gegen eine so schrei-ende Verletzung aller Grundsätze der Billigkeit zu erheben.Und wann wurden sie verletzt? Im Anfange einer Revolu-tion, die nur deshalb begonnen worden war, um einem je-den einzelnen Bürger die ewigen unveränderlichen Rechteder Menschheit und der Billigkeit zurück zu geben und zu-zusichern. 1)1) Der Marquis von Favras war, wie es scheint, bei allen Vorzü-gen seines Geistes und seines Körpers zu einem Spielball des Un-glücks geboren. Er fiel als eines der bedaurenswürdigsten Revolu-tionsopfer. In seinem Falle aber bewies er eine Seelengröße undeinen Heldenmuth, wie nur die schönsten Zeiten Griechenlands undRoms sie aufzuzeigen haben. Selbst der Scharfrichter stand da-von wie angedonnert. Favras weckte ihn aus seiner Betäubung,indem er mit übermenschlicher Heiterkeit rief:Diener der Ge-rechtigkeit thut eure Pflicht!. Kein Verbrechen hatte dem Helden