— 180 —Nachdruck über den erwähnten Gegenstand. Es fand Ein-gang, und wir weisen darauf zurück. Für jetzt wollen wirnur das Eine erinnern: die Hinrichtung des Marquis vonFavras ward von allen besser denkenden Menschen als einhöchst unglückliches Vorbedeutungszeichen für unsre, nochim Werden begriffene Revolution betrachtet. Und dieseAhnung gieng nur allzu bald in Erfüllung. Die Worte desReferenten Quatremere, mit denen er den unglücklichenMarquis anredete: „Ihr Leben ist ein Opfer,welches die öffentliche Ruhe schlechterdingsheischet; „diese Worte, sagen wir, haben seitdem allen un-ſern, Machthabern zum Texte gedient. Auf ſie hin floßMenschenblut in Strömen, sobald nur irgend ein Vorwanddazu vorhanden war. Eben diese Worte erklären das straf-bare Stillschweigen derjenigen, die sonst mit dem größtenRecht den Schutz der Gesetze zu Gunsten des Angeklagtenhätten aufrufen können. Es leidet keinen Zweifel; Favrasliebte den König mehr, als sein Vaterland, und die Mo-narchie mehr, als die Freiheit. Hätte man aber all diejeni-gen aufknüpfen wollen, welche in den damaligen Zeiten ei-nerlei Gesinnung mit ihm hägten, so würde Frankreich kaumHolz genug gehabt haben, um die erforderlichen Galgendaraus zu verfertigen. Die Weigerung, Zeugen abzuhören,ist ein neues Verbrechen, das seit dem aber unzähligemal istwiederholt worden. Jedoch nahm man, und wahrscheinlichnothgedrungen, das Testament des unglücklichen Märtyrersan; man gestattete sogar dessen Bekanntmachung. Dies Ak-tenstück, welches wir in unserm Journal niedergelegt haben,ist ein köstliches historisches Denkmal; aber für die erstenkonstituirten Gewalten jener Zeit ist und bleibt es eine ewigeSchandsäule.
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