— 149„Die Herren Limon und Ducray überzählten mirhunderttausend Franken, um den Grafen von Artoisund seine Kinder zu vergiften. Zur Belohnung, nach voll-brachter That, versprachen sie mir noch zweimal hundert-tausend Thaler. Anfangs blendete mich der reicheGewinn; als ich aber die Sache näher überlegte, schauder-te ich davor zurück, und ich konnte mich nicht enthalten,etwas davon in diesem Wirthshause merken zu lassen; undzwar gegen einen Mann, mit dem ich einen Theil der Rei-se von Paris bis hieher gemacht hatte. Ohne Zweifel warer ein Kundschafter, der über mein Betragen wachen sollte;denn er scheint mir mit Limon, Ducray und Laclosin genauer Verbindung zu stehen. In dem Augenblick, daer meine Bedenklichkeiten gewahr wird, schlägt er mir vor,zu Abend zu speisen; denn er müßte, wie er sich äußerte,des andern Morgens sehr früh abreisen. Kaum haben wirabgespeist, so verschwindet er. Ich hab' ihn nicht wiedergesehn. Aber von der Stunde an verfiel ich in die Kon-vulsionen, die bald meinem Leben ein Ende machen wer-den. Die Vorsehung wollte mich, wie ich glaube, dafürstrafen, daß ich mich zum Werkzeug des Lasters gebrauchenließ. Aber ich freue mich im Tode darüber, daß ich jenesVerbrechen nicht ausgeführt habe. Man wache ja überLudwig XVI. und über seinen Sohn!“Kaum hatte der Abbé Dubois diese Erklärung been-digt, so gab er auch seinen Geist unter den heftigsten Kon-vulsionen auf, welche das Gift ihm verursachte, das seineEingeweide zerfraß.Das Protokoll über diese gerichtliche Aussage ward so-gleich an Montmorin, damaligen Minister der auswär-tigen Angelegenheiten, gesandt. Dieser theilte es wieder
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