— 144noch Säbel. Einige Dragoner von Bourbon führen siein ein Wirthshaus, fangen Zank mit ihnen an, beleidigensie, geben ihnen Ohrseigen, und reißen endlich ihren Waf-fenbrüdern die dreifarbigen Bänder herunter. Die Bürgervon Caen gerathen über dies Betragen in Wuth. 1) Ausder Mitte des Volks erhebt sich eine Stimme: „Belzun-ce, Sekvnd=Major des Regiments Bourbon ist der ersteUrheber dieser schändlichen Behandlung; Belzunce hat sei-nen Dragonern Geld gegeben, um sie zu dieser Niederträch-tigkeit zu reitzen; Belzunce ist ein Erzaristokrat. Marat hatin seinem Journal des Volksfreundes vollkommenRecht; in mehrern Nummern desselben bezeichnet er diesenFeind der Revolution der strafenden Volksgerechtigkeit.Mehr war nicht nöthig. Die Sturmglecke ertönt; dieStadt und ihr Weichbild sind unter den Waffen. Der Ma-gistrat und der Stab des Regiments überlegen miteinander,wie man am besten einem Bürgerkriege zuvorkommen könne.Belzunce begiebt sich auf das Rathhaus; man wechseltGeißeln gegen einander; allein der erbitterte Haufe schnaubtRache. Der junge Major wird nach der Festung gebracht;die Nationalgarde begleitet ihn und bürgt für sein Leben.Jetzt kommt ein Befehl des Provinzialkommandanten,vermöge dessen die Dragoner die Stadt räumen sollen. Ihre Abwesenheit hätte jede Furcht zerstreuen müßen. Aberman erinnert das Volk wieder an Marats Journal; dieWuth nimmt mehr überhand als je. Ein großer, rasen-der Haufe stürmt nach der Festung, und verdrängt die Na-tio-1) Erst späterhin bemerkte man, daß auf jenen Bändern Orseans undReckers Brustbilder waren.Der Verf.
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