— 132Brief des Grafen von Estaing an dieKönigin.Um 14. Sept. 1789.„Meine Pflicht und meine Treue erfordern es . . . .ich muß der Königin die Rechenschaft von meiner PariserReise zu Füßen legen. Man hat mir in Gesellschaft, inguter Gesellschaft hat man mir gesagt, — und, gerechterHimmel! was sollt' es geben, wenn so etwas unter das ge-meine Volk käme? — Man hat es mir mehrmalen wieder-holt, daß Unterschriften unter dem Adel und der Geist-lichkeit gesammelt werden. Die Einen behaupteten, es ge-schehe mit Vorwissen des Königs; die Andern, es geschehehinter seinem Rücken. Man versichert, daß ein Plan zurEntführung des Königs sey entworfen worden; daß er ent-weder durch Champagne, oder durch Verdun seinen Wegnehmen, und daß er sich nach Metz verfügen werde. DerHerr von Bouille wird genannt, und von wem? VomHerrn von Lafayette, der es mir bei Herrn Gaugeüber Tisch ins Ohr sagte. Ich zitterte vor Angst, daß eineinziger von den Bedienten es möchte gehört haben. Ichbemerkte ihm, daß ein Wort aus seinem Munde, ein Zeichenzum Tode werden könnte. Er fügte hinzu: der Baronvon Breteuil steht an der Spitze des Unternehmens.Man bringt Geld zusammen, und verspricht für jeden Mo-nat eine und eine halbe Million. Priester und Adlichekönnen nicht genug mit ihren Unterschriften eilen; fremdeGesandte und erste Militärpersonen ahmen ihnen nach;ehemalige Minister des Königs beweisen sich in hohem Gradethätig. Vom Grafen von Mercy glaubt man, daß er mitihnen einverstanden sey.“
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