— 230 —schlag gebracht. Die Franzosen würden, durch verdoppelteAbgaben, ihre Lust, einmal die Reichsstände versammelt zusehn, theuer bezahlt haben.Ludwig XVI, wußte nur um einen Theil dieses Ent-wurfs. Die Königin und die Prinzen des Hofes kanntenseine völlige Charakterlosigkeit und stete Unentschlossenheit nurallzu gut. Er hatte nicht Kopf genug, ein großes Verbrechenzu entwerfen, und dessen Ausführung zu leiten. Man würde sich seiner bedient haben, fast ohne daß er etwas davongewußt hätte. Viele Personen, die vermöge ihrer Geschäften im Schloß zu Versailles aus und ein giengen, bemerk-ten es wohl, daß ein verderblicher Plan im Werke war,aber das Geheimniß selbst wurde trefflich verwahrt.Orleans, an seinem Theil, machte auch Entwürfe;aber die großen Mittel zur Ausführung fehlten ihm, dieder Hof gegenwärtig noch in Händen hatte. Dagegen konn-te er, weil er mehr Zeit hatte, mit weniger Uebereilungverfahren. Nach seinem Entwurfe sollte das Volk selbstseinem Ehrgeitz zur Leiter dienen. Die große Masse wollteer in Bewegung bringen; die Menge wollte er zu allenArten von Ausschweifungen verleiten. Durch diese Mittelhoffte er seinen Zweck zu erreichen, und einen alten Des-potism durch eine neue Tyrannei zu ersetzen.Der 14. Juli kam keinem aller dieser Planmacherrecht. Es scheint, daß an diesem Tage ein guter Geniusüber den Parisern gewaltet habe. Fünfzehn Stunden spä-ter, wär' es um die Nationalversammlung, und vielleichtum die Hauptstadt selbst geschehen gewesen. 1)1) Ein, meines Wissens, wenig bekannter Umstand ist der, daß derPrinz Lambesc es war, welcher die völlige Aufgebung des
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