— 123Wir können nicht dringend genug auf die Umständehinweisen, welche das Blutvergießen im Monat Juli 1789begleiteten. Und das um der übertriebenen FolgerungenWillen, welche die Feinde aller Menschlichkeit und allerSchonung, zur Erreichung ihrer Absichten, daraus zogen.Man hat Listen, welche die Zahl der gebliebenen Ba-stillestürmer auf zweihundert und sechszig setzen; wir verbür-gen indessen unsere Angabe. Hundert und zwei und vierzigPersonen, in einem Bürgerkriege hingeschlachtet, sind frei-lich viel; aber sie erregen weit weniger Schauder, als einpaar Individuen, durch die Hände des Volks gemordet.Hundert und zwei und vierzig Leichname auf dem Schlacht-felde gewähren bei weitem keinen so grausen Anblick, wieein Herz, und wär es auch das Herz eines großen Böse-wichts, das man im Triumph, und auf der Spitze einerPiecke, durch alle Gassen von Paris trägt.Das waren die Ausschweifungen, gegen welche Mira-beau, vom Rednerstuhl herab, hätte donnern müßen, da-mit sie in Zukunft nicht wieder erneuert würden. Hättedie konstituirende Versammlung im Juli 1780 ihre Schul-digkeit gethan, so würde sie den Ermordungen des 2. und3. Sept. vorgebeugt haben. Wenn nicht Mirabeau,im Heiligthum der Gesetzgeber, jene Maxime der Kanni-balen angepriesen hätte, „daß es zuweilen erlaubtsey, sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen;wenn er nicht gesagt hätte: „Das Volk von Paristhat nur seine Pflicht, indem es diejenigenmit seinen eigenen Händen strafte, welche dieöffentliche Stimme ihm zu nennen schien;(man bebt vor dem ungeheuren Spielraum zurück, welchendiese Worte dem Verbrechen geben,) wenn Mirabrau
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten