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620. 1712, 28. Mai. Die Stadt St. Gallen an Zürich und Bern. Die Stadt St. Gallen bestehtdaß ihr die Besezung des Klosters allein überlassen bleibe; dieselbe geschehe ja einzig und allein auf beider ^freie Disposition. Die Stadt habe das Kloster keineswegs in unbeschränkten Schuz, sondern zu Abgchun» ...,in vielen Wege» bedenklichen Garnison mit dem Vorbehalt in Verwahr genommen, daß, falls beide Stände da ^demoliren lassen wollten, die Stadt St. Gallen sich den dahcrigen Verfügungen nicht cntgcgcusezcu würde. ^einem Separatabkommen mit dem 'Abt könne keine Rede sein, das aber gestehe man frcimüthig, daß man a>^bekannten Bedenken fleh bei der Neutralität zu erhalten suche. . ,
Staatsarchiv Zürich: Acten ToM'nlmrji. (Ong-1
dcl
021. 1712, 28. Mai. Mit Rüksicht auf die in der Kirche und im Pfarrhaus zu Sommeri und ' ^Kirche zu Neukirch vorgefallenen Insolenzen, worüber in Bezug ans erster» Fall der Bischof von l5w»st>C'^angelegentlich beschwert hat, verfügt der Rath von Zürich, daß Commandaut und Kriegsräthe des Corps vs» ^eine genaue und strenge llntcrsuchuug anheben, die Thätcr gefangen sezcn, und daß durch ein Mandat i»ä»>^im Ühurgau zu landsfriedlicher Liebe und Wvhlverständniß erinnert werde.
Staatsarchiv Zürich: Acicu IvM'vlmizz. zOrig.) Geheim. Rathsmauual I>. es'
022. >712, 28. Mai. Lucern an seine Gesandten in Ölten. Seit der vorgestrigen Actio» ob
habe sich die Brigade Muri vorerst gegen die Sinserbrüke zurükgezvgen; schon gestern Abends seien die wOfficiere in Root augelangt und gegen Nacht die Stadtfahnc und die noch übrige 'Artillerie in die Stadt ib^.worden. 'Noch spätere Berichte melden die völlige Zerrüttung und'Auflösung dieser Brigade. Der Kriegsrath ^darauf die nöthigc Veranstaltung getroffen, diese Brigade wieder zu organisiren; sie werde nun bestimmt z>" 'theidigung der Posten im Rothcnburgeramt, Gisikonbrüke und Merenschwand.
Staatsarchiv Vvccrv: Acte» TozMvlmrg.
020. 1712, 28. Mai. Lucern. Der spanische Gesandte für sich und im Namen des franzöflschcn Bvtsch^fordert Schwhz mit eindringlichen Worten auf, unverweilt seine Gesandtschaft ebenfalls nach Ölten zu sende"'
VailvcSarchtv Schmilz: Acten TozM'nlmrg.
021. 1712, 28. Mai. Der Herzog von Savoyen an die katholischen Orte. Der aufrichtige Ä»nN^'^inner» Wirren gestillt zu sehen, habe den Herzog bereits veranlaßt, Zürich und Bern Vorstellungen z» "'s.chCr sei allzeit bereit, seinen Bundeöpslichten nachzukommen, allein seit Jahren liege daö Gewicht des lebhaftesten'der je bestanden, auf ihm und es sei eine reine Unmöglichkeit, irgend welche Hilfe zu leisten.
Vandcsarchiv Schtvhz: Acic» ToMnbnrzz. (Abschrift ans dcr Lnccrncr »vagst
02'». 1712, 28. Mai. Die bernischcn Repräsentanten in Zürich berichten an Bern von dem überi»"^,^.Bevölkerung der Stadt Baden, die ungebunden mit Schmähen und Lästern gegen beide Stände ausfahre. Die ,.Garnison habe unter Spott- und Schmachredeu einen in eine Bärenhaut gekleideten Mann durch vie Stadt lb
Staatsarchiv Vcrn: TozMnburglmch n,
020. 1712, 20. Mai, Olteu. Bericht der luceruischen Gesandten an ihre Obern in Luccrn. Der i»
stellte die Frage an die katholischen Gesandten, ob falls der König zu Hilfe ziehen wollte, mau vereint > ^welcher Stärke agiren könnte; von welcher Seite der König zuziehen sollte und ob für sein Hilfscorps sc!und Munition vorhanden wäre. Er verlangte hierüber schriftlichen Bericht zu Händen des Königs. hü
mündlich eröffnet worden: Die katholischen Orte insgesammt seien cinmüthig und treu gesinnt, zur Erhalt»'-^Religion und des Vaterlands alles Mögliche zu ihn». Die Macht, mit der man agiren könnte, belangend' 'gegen Bern und Zürich zwei verschiedene Corps ausgeführt, lezteres ans den I V Orten in der Stärke von ^Mann; ersteres, ungefähr 24,000 Mann in zwei Abtheilnngen zählend und zusaminengcsezt aus den hzg-e
Luccrn, Freiburg, Solothurn und Wallis. Der König müßte gegen die Waadt oder von Basel her gegen Lw ^eindringen und zwar »ach dem bernischen 'Aargau. Proviaut und Munition zu leiste» sei aber unmöglich'