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(Herren vnd) Brüeder, welche wir sonsten, alls die im übrigen mit Vns einen gleich theüwren glauben überkamen haben,briiederlich ehren (vnd lieben), keine Vrsach, disie von Vnß allso bezeügcter vngleicher Meinung zu empfinden, oder gar esdahin auszudeuten, alls wann hierdurch zu cinicher Trauwrigen Trännung anlah gegeben wurde, Sittenweilen in (ohnedas) bcyderseits durch Gottes Gnad daß rechte Fundament dcß Glaubens, aufs welcher beiderseits auß dem Heiligen WortGottes vil (gutes) Gold, Silber vnd Edelgstein gebauwct sind, steiff vnd fest bestehet. Eß bleibet auch vnversehrct dieEinigkeit deß Geists vnd Gheimnusrcichen leibs (Christi), wie wir dann auch allerseits berüefft sind aufs einicherlei Hoffnungvnsers Berueffs"), (vnd Key vns ist) Ein Herr, Ein Glaub in den Fürnembsten Stuckhen vnsers Heills vnd ein heiligeÜbereinstimmung in Beschützung desselben, ein Tauff, ein Gott vnd Natter Aller, der da ist über alles vnd durch allesdnd in vns allen. Endtlich soll auch durch die Gnad Gottes bey vns das; Bandt vnd Allerhafft der innigklichen Liebe,We auch alle Hochheilige Dienst der Gmeinschafft der Heiligen beharrlich vnd vnzerbrüchlich verbleiben. Im übrigen wollendWr nicht vnderlaßen, den Natter der Liechteren einbrünstiglich zu bitten, daß er dises vnscr gegenwärtiges Vorhaben zuvnserem Heyl vndt Säligkeit von oben herab segnen wolle durch Jesum Christum, den eintzigen Hertzog vnd VollenderVnsers Glaubens.
°) EPH. IV, 4, 5, 6.
Lehrsätze.
I. Der Allmechtig Gott hat sein Heiliges Wort, welches') ein Krafft Gottes zum Heyl ist einem ieden, der da glaubt,nicht allein durch Mosen, die Propheten vndt Apostel in Schrifft verfassen lassen, sonder auch bißdaher für diße Heiligeschlifft gantz vätterlich sorg getragen, damit sy nicht ctwan durch dcß leidigen Sathans argen List oder anderen Mensch-lichen Betrug auf ciniche Weis (ihrem Buchstaben nach) verfälscht werden konte. Danahen die Kirchen Gottes dessen sonder-bahrer Gnad vnd Gücte höchlich dankhen soll, daß sy (noch) hat vnd biß an daß end der Wellt behallten wird'') ein feste?prophetisches Wort vnd°) ein heilige Schrifft, von welcher'') bist der Himmel vnd die Erden wirdt zergangen sein nicht einBuchstaben noch ein Püncktlein zergehen wirdt.
') Röm. I, 16. b) 2. Petri I, 19. °) 2. Timoth. III, 15. '') Matth. V, 18.
II. Sonderbahr aber den Hebräischen Grundtext deß allten Testaments belangend, welchen wir von der JüdischenArchen, alls welcher") die Herrliche Reden Gottes vertrauwt worden, empfangen, vnd welchen wir noch vff den hcütigen
haben, so ist derselbige theils nach den (allso genanten) Consonanten, theils nach den Vocal-Püncktlein, oder wenigstderen krafft vnd nachtruckh so (gültig vnd) authentisch, wie auch so wol in ansehung der wörteren alls der fachen selbst»on Gott selbst eingegeistet, daß er er benebcndt dem (Griechischen) Text deß Testaments für die einstige vndt vnverfälschteVegul vnd Nichtschnuer (vnsers) glaubens vnd lebens billich gehalten werden soll; nach welcher alls einem vnfehlbahrenProbierstein alle andere, so wol orientalische alls occidcntalische Dollmätschungen bewahret vnd, wo sie von selbigem ab-wichen, eingerichtet (vnd verbeßeret) werden müeßen.
°) Röm. III, 3.
III. Wir könnend hiemit die Meinung derjenigen keincswägs guet heissen, welche darfür halten, es rüehre diejenigeLection, welche der Hebräische Grundtext an die Handt gibt, nur von Menschlichem guetdunckhen har, vndt danahen sich nicht(cheuhen, denjenigen Hebräischen Text, welcher ihnen etwan alls vnfüglich sürkomt, zuverwerffen, selbigen aus; der (allso genanten)Sibenhig Eltesten, wie auch andern Griechischen, Samaritanischen, Chaldäischen vnd andern Dollmätschungen, ia zuweilengar nur auß ihren. Bloßen guetdunckhen zu verbcßeren, vndt fehrncrs kein andere Lection für (Göttlich vnd) gültig erkennenWllen alls einstig vnd allein diejenige, welche auß Vergleichung vnderschidlicher texte, auch deß Hebräischen selbstcn, welchen^ sür vilfaltig verfältscht dargeben, vermittelst eines zwüschendt den Ungleichen Lectionen gemachten vernünfftigen vnder-^eydts gezogen werden mag; welche endtlich beschließen, es seye nebendt dem Heütigen auch noch andere Hebräische Text(ober Biblen) gcwcßen vnd seyen besten gcwüße gemerckh anzutreffen in der allten Tollmetschen Übersetzungen, alls in welcheneines vnd daß andere von dem Heütigen Hebräischen Text abweiche vnd (gcwüße) anzeigung gebe, daß einest die HebräischenP'blen den Vnßercn ungleich gewcßen seygen, wardurch dann (die H. Schrifft), daß einstige Fundament Vnsers Glaubens,wd deren Hochheiliges Ansehen in nicht gringe gesahr gesetzt wirdt.