10.
Demnach ist vnßer der Eidt- vnnd Pundtsgnossen halb^üschent vns beiden theilen erlüteret vnnd beredt worden,^"n mit cinichem Fürsten, Herrn oder Staadt wir die Eidt-^°ssen zu nothwendigem schirm vnnd befristung vnßer lyb,^schafften, Gerechtigkheit vnd Freyheiten, so wir Jctzundbüßend vnnd Innhabend, wo die gelegen seigend, sonderlich^ein auch begriffen vnnd verstanden vnßer der Stadt BernMische Landtschafft, Nach dem Inhalt deß Bybrieffs Königs^nrjej <t. den 19. Octobris ^°. 1602, Inn Krieg Kommen"»d gerathen wurdent, daß wir König Ludwig Inn solichcmgegen allen denJennigen, so die besagten Eidtgn. Inn^ren Landen vnd Herrschasten angreiffen vnnd beschedigenächtend, ein würckliche Diversion machen, auch Ihnen den^tgnvßen gestalten vnd verwilligen, Inn allen vnßeren Landennach Ihrer Nothurfft zu werben, wie zuglych auch Je-^nden der vnßeren, so Ihnen sonsten zuhülff züchen möchten,^ Keinen weg verhinderen, Insonderheit aber vfs allen Fahl^ Nothurfft einer mehrern trostlichen gegenhilfs Inen byDichtung dißcs gegenwärtigen Pundts ein Nambhaffte vnnd^eckhljchc Hinderlag oder Depositum entrichten vnnd geben^endt vnnd wollend.
11.
Vnnd ist eß Sach, daß wir König Ludwig oder wir dievnd Pundtsgnoßen mit Jemandt zu Krieg kemend, daNach mag dwederer theil mit synen Findt einichen An-nach Friden annemmen ohne Vorwüßen deß anderen;^ obglychwolcn daß mit willen deß anderen beschicht, soll^ °>n theil den anderen Im Friden oder Anstandt begreiffen^ nit vßschließen. Wann aber hernach der theil, so vorbe-^n ist, darinnen nit vergryffen syn wolte, soll es zuselben Wahl stahn, den Friden oder Anstandt zu beschließen^ anzunemmen nach gelegenheit syner Gcschefsten.
1797
10.
Dißer einhige Articul seht ein Nüwe Pündtnus ein vfssoliche weiß, daß es eintwederer Parthyge zuleßlich syn solle,Inn der Anderen Lanndt KricgsVölkher zuwerben, welichesmann zweisfelsohn vsf glyche Beding wegen der Anforderungdes vfsbruchs vmb den Soldt vnndt wegen deß Gebruchs derVölckheren verstehen soll:
Daß ein Parthyg verobligiert syn soll, wann die Andereangriffen wurde, eine Diversion zu machen;
Das Keintwcdcre Parthyg Ihre Vnderthanen, weliche deranderen zuzüchen wollend, verhinderen solle; dann diß vndalles was obgemelt reciprocierlich vnd glych syn soll;
Das zu einer Reciprocicrlichen Versicherung der Voll-ziehung dißer vermeinten Pündtnus ein Jetliche Parthyg deranderen ein Depositum Hinterleggen solle.
Wann aber die Hinderlag reciprocierlich were, so wurdesy beiden Parthygcn vnnuhlich syn; dann wann eintwedereParthyg diße Hinderlag zu Jhro Händen nemmen vnnd Jhrodieselbig ohne Bewilligung der anderen zueignen wolle, Soist es gewüft, daß die andere Parthyg die Hinderlag, so byJhro were, Jhro auch zueignen wurde. Wir sind aber nitgesinnet, weder die einten nach die anderen, ein Pündtnus vfsdie Formb dißes Articuls vffzurichtcn, vnnd Kann mann nitglauben, daß die Lob!. Orth zu Versicherung der Alten Hilfs-leistung, so Ihnen durch die Pündtnus Im Fahl deß KriegsIn Ihrem Vatterlandt versprochen worden, anders begehrenthuen als Ihr Mayest. wort vnnd sigel, sambt dem Eidtschwur,so volgends zu beiderseits beschehen werde.
So werdend sich auch Jr Mayest. mit dißem Zuuer-sicherung deßJennigen, weliches die Lobl. Orth durch denTractat versprechen werden, consentieren vnnd von IhnenInn FranckhRych Keine Niderlag begehren, wie Sy vrsachzu thun Helte durch die Regel aller Tractaten, da die Obli-gationen vnnd Versicherungen reciprocierlich syn sollend.
11.
Der Articul der Pündtnus ist dießorths genug: dannweilen die Lobl. Orth mit dem König wider syne Find nitzu Krieg Kommen, so Können Sy mit grund an Ihr Mayest.nit forderen, daß Sy mit Ihnen weder Friden nach Anstandtohne Ihr verwilligung eingehen, Aber wol das Sy sy darynbegriffen solle.