April 1654. 213
^>»t, daß diese vorzunehmende wichtige Verhandlung auf die beständige Erhaltung der unter den Vgotische,i Orten bestehenden vertraulichen Verbindung abziele, daher auch brüderliche Offenherzigkeit und^ k iic begleiten solle. Indem Uri dem Herkommen gemäß die Verhandlungen beginnt, spricht es nichtBedauern den Wunsch aus, von Luccrn über die im Einladungsschreiben vcrdcnteten Schmachredcn^ Nähere zu erfahren, um bereitwillig zur Bestrafung solcher Uebergriffe mitwirken zu können. Lucernwidert, cö sei überzeugt, daß die Orte au solchen Schmähungen keinen Theil haben; Lucern hätte auchseilen Gelegenheit gehabt, solche Ehrcnschänder und Diffamantcn festzunehmen, habe cö aber aus hoher" ^etion unterlassen, um die Sache auf eine gesammte und durchgehende Verbesserung zu sparen, weil/ um die Erhaltung und Fortpflanzung allgemeiner Ruhe und Friedfertigkeit zu thun sei und um Ent-^"uiig Mxg Mißverstands in der hochzusammcn verbundenen Freundschaft und Vertraulichkeit. — In5 Berathung dieses Gegenstandes sprach man die Zusicherung ans, zu Erhaltung des Friedens diesen" uproceduren" keinen fernern Lauf zu lassen, wurde daher Luccrn ersucht, am folgenden Tage namhaft^ suchen, in welchen Punkten die vcrdeutcte Angelegenheit bestehe und welcher Orte Angehörige dieselbe^uhre; die vier Orte werden dann ebenmäßig entdekcn, was ihnen in der gleichen Materie begegnet und^gen, alles zu dem friedlichen Ziel und Ende, „hierdurch aller Verbitterung (als großem Ucbcl in^u frhim Staudt) vür das künftige abzuwehren." I». Um nun diese Gelegenheit auch zu Beseitigung
^ Beschwerden der vier Orte gegen Luccrn wegen des Markts und anderen Dingen zu benuzeu, erinnertec
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Urs
6»f die lczte Einladung Luccrn'S nach GcrSau seien die vier Orte darum nicht erschienen, weil sie^Uen, eö werde eine solche Verhandlung nur zu noch größern Mißverständnissen führen, so lange dieZeitigen Beschwerden nicht gemeinsam von den vier Orten zusammen getragen und in eine zur Ver-'chsverhandlung geeignete Form gebracht seien, was sie unterdessen zu Stande gebracht haben. Diesewerden wurden dann mitgetheilt und besprochen und hierauf Lueern nochmals aufgefordert, auch^„^ts sich offen auszusprechen, damit man beiderseits reinen Tisch machen könne. — Dicß zu thun^ sich Lueern bereit, nur sei die Obrigkeit ihrerseits auf die große Zahl und den Inhalt aller vor-^^cn Punkte nicht verfaßt und möchte ihr die nöthige Zeit zu der erforderlichen Berathung gegönnt^ man werde sich diesfalls möglichst beeilen, v. Hinsichtlich des zwischen Uri und Lucern, betreffend^^chissleutc, in den Jahren 1634 und 1648 getroffenen Vergleichs fand man keinen weitem Anstand,^ ^ er nicht förmlich ausgefertigt worden war. ES wurde daher sofort Veranstaltung für die Anferti-^ Strossen, «t. Am folgenden Tage anerboten sich die Gesandten von Lucern, den „DcmonstrationS-die den Ihrigen gemachten schimpflichen Zulagen auch schriftlich abfassen, doch vorläufig diebcisczen zu lassen; man habe, fügten sie bei, anfänglich gehofft, solche ungebührlichen Reden^ sich nach und nach verlieren, dann aber die Erfahrung des Gegenthcilö machen müssen, sei daher^ 'ugö genöthigt, mit solchen Injurien sich zu befassen; cS sei zwar keine Veranlassung, über die von^ führen, wohl aber über solche aus deu anderu Orten; mau erwarte also von diesen Ab-Zurechtweisung der Schuldigen. — Indem Hierauf erwidert wurde, daß jedes Ort sich be-t,/" ^krde, die, welche auf solche Weise sich „vertrabet", je nach Beschaffenheit des Fehlers zu haud-^ biieb nicht verschwiegen, daß vor und nach den leztjährigen Unruhen viele aus der Stadt Lucernw ^gen" Unterthanen im Lande hemm gestrichen seien und das Gift ihrer erzeigten Untreue von sichhaben' daß also hernach die Obrigkeiten aller Orte mit großer Mühe und Arbeit sich der Sachen