August 1650.
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Conferenz der V katholischen Orte.
Lucern. 1<»5V, 12. August.
Staatsarchiv Luccr». Acten: Savoye», Biindnisse. — LandeSarchi» Ridwalde».
Gesandte: Lueeru. Heinrich Flcckcnstein, Schultheiß; Ulrich Dullikcr, Pannerhcrr; Lcodegar Pfhffer;Melchior Balthasar, Sckelmcister. Uri. Jost Püntincr, Statthalter; Kaspar Roman Troger, alt-Land-aminann. Schwhz. Wolf Dietrich Rcding, Landammann; Joh. Kaspar Ccbcrg, alt-Statthalter. Unter-Calden. Marguard Jmfeld, Landanimann, und Heinrich Bücher*), alt-Landammann, von Obwalden;Caspar Leu, Landammann, und Peter Zclgcr, alt-Landammaun, von Nidwalden. Z u g. Johann Bcngg, JakobAndermal! und Christian Schön, alle des Raths.
u. Bon dem Freiherr» Greißh, Gesandten SavohenS, zu Verhandlungen über die Bundcscrneuerung"^>ch Lucern eingeladen, statten die Gesandten zunächst den eidgenössischen Gruß ab und bcnuzen danndie bis zur Audienz noch übrige Zeit zur Behandlung etlicher anderer Geschäfte. I». (S. u. LuggaruS).
Cardinal Monti, Crzbischof von Mahland, zeigt an, daß er für jedes der katholischen Orte im dortigenhelvetischen Kollegium den dritten Plaz wieder aufrichten werde. Indem ihm der gebührende Dank be-fugt wird, überläßt man auch die jeweilige Vergebung dieser überzähligen Stellen seinem Belieben. «I.Da die in spanischen Diensten im Hcrzogthnm Mahland stehenden Regimenter ungeachtet wiederholterschreiben und Botschaften stctSfort schlecht gehalten sind, die Zahlungen ausbleiben, daher die Soldatenhch verlaufen und die Hanptleutc in großen Schaden kommen, wird dem Oberst Crivclli geschrieben, sichpersönlich zu seinem Regiment zu begeben oder doch einen geeigneten Mann dahin zu senden, um dieRöthigen Anordnungen für das Regiment zu veranstalten und, sofern die Zahlungen nicht unvcrwcilt er-digen, dem Dienste eine Endschaft zu geben. Um jedoch zu zeigen, daß dieser Beschluß nicht bloß voninteressirtcn Obersten und den Hauptleutcn hervorgerufen sei, werden auch der Gubcrnator vonMahland und der Graf Casati unmittelbar davon in Kenntnis! gesczt und die Obrigkeiten erinnert, darauf5u sehen, daß die Sache „werkflüssig" gemacht werde, «. Zur Audienz durch eine Deputation abgeholt,ennnertc Greißh an die schon in Baden durch den Gardelicutcnant Duprö angeknüpfte Unterhandlung,und indem er den Wunsch aussprach, daß die gegenwärtige Conferenz den „generösen" Entschluß fasse,den Bund mit dem Herzog von Savoheu zu erneuern, bedauerte er nur, daß bei obwaltenden ungünstigen^onjuncturen die Liberalität des Herzogs sich nicht so bcthätigcn könne, wie er es später zu thun imStande zu sein hoffe. Diesem Wunsche, dem gemeinen Wesen und der Religion zum Vorthcil den eigenen^uzcn hintan zu sczen, war mau zwar zu entsprechen geneigt, jedoch mit dem Vorbehalte, daß einesDheils, z. B. für Uri, nach altem Brauche vor Bcsammlung der Landögcmcindc die bedungenen Gelder^legt, andern Thcils die Bezahlung alter Rükstäude und die Herstellung der alten Freiheiten der Leib-garde neuerdings zugesichert und der Bund selbst in herkömmlicher Fassung bestätigt werde. UnterdessenKurde dem Herrn Greißh die geneigte Antwort der bctheiligten Orte in nahe Aussicht gestellt.
Man sehe auch im Abschnitte HerrschaftSaiigclcgcnheitcn:
^Mllts. I» Art. 182. Geistliches.
*) Der Taufname aus dem Nidwaldner Exemplar; im Lucerner heißt er, wie noch öfters, irrigerweise Jakob.