Druckschrift 
6,1,a (1867) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1649 bis 1680
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

Juli 1650.

31

Bezahlung der aufgelaufenen Restanzen der schweizerischen KricgSvölkcr ein Fond von 1,800,000 Frankenauf die zuverläßigstcn Rcichscinkünfte angewiesen werde, an diese Summe mit dem I. Januar l. I. auchschon 470,000 Franken bezahlt worden seien, auf den 28. Mai wieder 400,000 Fr. und nach drei Mo-naten 200,000 Fr. abgetragen und unterdessen für leztcre Summe viele den Werth derselben weit über-steigende Pretiosen als Pfand eingehändigt und alle Kräfte aufgeboten werden, um die übrigen Summenso abzutragen, daß sie spätestens in den ersten drei Jahren, nachdem der Friede mit Spanien geschlossenstin werde, erlegt und bisdahin mit 5'/» Proccnt verzinset werden sollen; nachdem jedoch die Oberstenund Hauptlcutc sich mit diesen Ancrbictungcn nicht haben zufrieden geben wollen, sondern in ihr Vater-land zurükzukehrcn vorziehen, seien nun auch für ihre Heimreise die Routen und Etappen angeordnet.2) Einen am 20. Mai zwischen Carl de l'Aubespine, königlichem Siegelbewahrer, von Longucil, Prä-sident des Parlaments zu Paris, uud dem königlichen Staatssekretär Michel Tellier einerseits und denschweizerischen Gesandten Sckelmeistcr C. Werdmüllcr von Zürich, Vincenz Wagner von Bern, SchultheißRudolph Weck von Frciburg und I. Jakob vom Staat von Solothurn anderseits abgeschlossenen Vergleich,kraft dessen sowohl den entlassenen als den noch im Dienste stehenden Schwcizcrtruppcn, das Garderegi-nicnt jedoch nicht inbegriffen, folgende Zahlungen geleistet werden sollen: 400,000 Fr. baar; Ende Heu-wonats 200,000; Ende HcrbstmonatS 200,000; am Jahresschlüsse 200,000 nebst 10,000 Zins; in densalzenden fünf Jahren jährlich in vier Quartalratcn 500,000 und im Jahre 1656 ebenfalls in vier^uartalraten 605,986 Fr. 12 Sols, im Ganzen hicmit in den sechs Jahren 3,105,986 Fr. l2 SolS,wofür die Zölle zu Lyon und Valcncc und das Lehen der Einkünfte von Paris als Pfand verschriebenund übcrdieß die Versicherung gegeben wird, wo immer möglich diese Summe noch vor den angeseztenTerminen und auö andern Quellen abzutragen*). 3) Bericht der Gesandtschaft selbst vom 21.,11. Juni,enthaltend die Anzeige, daß sie die Ancrbietungen der königlichen Regierung nicht annehmbar gefunden,daher den Hcimzug der Truppen angeordnet und sogar die Wache im königlichen Palaste eingestellt habe,dis endlich ein Vergleich zu Stande gebracht und die erste Baarzahlung geleistet, auch die Einrcgistrirungdes Vergleichs bei dem Parlamente angeordnet worden sei; daß endlich in Bezug auf das bei der Tag-sazung im Dcccmbcr 1649 dccrctirtc Memorial und das Cluscr Geschäft Aussicht zu ebenfalls befriedi-gender Erledigung vorhanden sei. 4) Ucberdicß trug auch der französische Ambassador de la Barde vor,daß zwar die Angelegenheit einen bessern Erfolg gehabt habe, als man habe erwarten dürfen, jedoch dasungewandte Mittel unter andern Umständen die freundschaftlichen Verhältnisse mit Frankreich auf immerhätte zerstören können, daher die Eidgenossenschaft die Gelegenheit bcnuzen möge, der günstigen Stim-mung der königlichen Regierung bei Erneuerung der Bündnisse ebenfalls freundschaftlich entgegen zukommen. Nach Bcrathnng der Sache wurde nun durch einen Ausschuß dem Ambassador eröffnet, daßMan ihm für die den schweizerischen Gesandten bei Hofe gewährten Untcrstüzungcn danke, ihm zugleichauch pjx andern Memorial berührten Angelegenheiten empfehle, jedoch die gegezi die Gesandten ange-deuteten Vorwürfe ablehnen müsse, »indem dieselben nur nach Auftrag und den in dem Bündnisse ent-haltenen Berechtigungen gemäß gehandelt haben; der Bundeserneucrung halber sei man selbst noch ohne^sstruction; wenn aber in allem die vcrhofftc Satisfaktion erfolgen sollte, werde dicß ein Mittel sein,

*) Dieser in VlI Artikeln bestehende, vom König am 1t). Juni zn Compidgnc ratificirtc Vergleich ist abgedrukt bei Dumont.univvrsvl äiploinatigus (in liroit ävs xon» vto.," Doms VI., xarllv 1., toi. 047.