Vorwort.
Mit der Veröffentlichung des vorliegenden Bandes sind nnnmehr Abschiede aus allen Jahr-hunderten des urkundlichen Bestandes einer schweizerischen Eidgenossenschaft im Druke erschienen,zwar nicht in ununterbrochener Folge, aber doch in der Weise, daß an der Hand derselben derGrundgedanke, der Sinn und Geist des eidgenössischen Bundeslebcns bis auf die Zeit herabverfolgt werden kann, da in Folge der ersten französischen Revolution am Ende des vorigenJahrhunderts auch in den staatlichen Zuständen der Schweiz eine vollständige Umgestaltungeintrat.
Der in diesem Bande zur Darstellung gelangte Zeitabschnitt zählt nicht zu den Glanz-perioden in den Annalen der schweizerischen Eidgenossenschaft. Längst hatte sie den Höhepunktihrer gefürchteten Machtstellung im europäischen Staatenverbande überschritten, seit sie nach derSchlacht bei Marignano und dem Abschlüsse des ewigen Friedens mit Frankreich aufgehörthatte, selbständig in die Weltereignisse einzugreifen, und in Bezug auf ihre innern Verhältnisseund Zustände war sie noch weit von der staatlichen Entwiklung entfernt, die ihr in unsermJahrhundert eine im Verhältnis; zur territorialen Größe geachtete Stellung unter den StaatenEuropas errungen hat. Allein wie im Allgemeinen die politische Geschichte eines Volkes oft^ gerade da die höchste Belehrung gewährt, wo sie die wenigsten erfreulichen Erscheinungen auf-zuweisen vermag, so bietet auch die Geschichte der Schweiz in diesem ruhmlosen Zeitraum einereiche Fülle beherzigenswerther Lehren und Mahnungen.
Die bedeutsamsten und folgenreichsten Momente und Ereignisse während desselben sind inchronologischer Folge: Der Bauernaufstand von 1653, mit dessen Niederwerfung der Absolu-tismus der städtischen Patriziate zu voller Herrschast gelangte; die freilich erfolglos angestrebte