1606
Thurgau.
sich angedeiiter Gerechtigkeit der drei Tag in angezogener Kirchen sainpt dein Geleüth wiederumb Z»»genießen haben, doch daß sy die Catholischen wie von Altem hero zur Zeit der Carwochen so wol dciKirchgangs, als Leutens halbeil, wie nit weniger an allen Fest-, Sonn- und Feyrtagen wan und zu wclich»»Zeit die durchs Jahr fallen werden, auch mit andern Beschwerlichkeiten (usserhalb was hierin vermeldetist) rüewig und unangefochten verpleiben lassen, ouch sich zue solchen Zeiten widerumb des alten Kirchgangnaher Oberkirch ohne weitere Jnrcd oder Disputieren beHelsen. Sie solleil auch sich lut Beitrags des Cho^in merangercgter Kirchen zu St. Nicolai gentzlich mücssigen, und dieweil derselbe der Zeit zwischen drc>undercn Altären hindurch mit einem hohen Gatter eingemacht geweßen und noch ist, selbiger uff begebende»Fahl mit einem andern Gatter widerumb einmachen und beschließen lassen; doch solle den Evangelisch»"vermög ungezognen Vertrags die durchgebrochne Thür des Gloggen Thnrns widerumb geöffnet und darz»»ein Schlüssel gegeben werden. So vil das Geleüt belangt, solle den Evangelischen von der Zeit, daanfangen bauwen werden, noch zeheil Jahr allweg ain Zinstag, Mitwochen und Freytag zwischen derFrüemeß und dem Ambt (ussert dem Ußleüthen, welches sie nit mehr begeren wellen) wie vor Altem her»geleütet werden, an Sonn- und Feyrtagen aber, wan die neüw Kirch gcbauwt ist, sollen sy uff das call)»'lische Geleüt, doch daß die Zeichen von dem Mesmer etwas lenger als sonsten geleütet werden, Achtumgeben und sich darnach richten. Wan aber die zehen Jahr verflosseil oder inzwischen die Evangelischen eh»»mit nothwendigem Geleüth versehen wären, solle alsdan ihnen mit disen Gloggen zue keiner Zeit med»geleütet werden, sonder sie sich ihrer selbst eignen Gloggen behelfen und die ihrer Gelegenheit nach ö»'brauchen.
Zum dritten. Anlangende die Oberkirch, so beeden Religionen rechte Pfarrkirch ist, dieweil die Eva»'gelischen alle Sonn-, Feyr- lind andere Täg nach ihrer Noturst und Gelegenheit ihr völlige Religio»^üebung darin gehalten, hingegen die Catholischen (usserhalb der Begrebnus) selbige allein in der Woch»"eintweder mit Haltung der Processionen und Creiizgängen, Vigilien, Seelmässen uff S. Laurentii, Äll»»Heiligen oder Aller Seelen Tag ohnverhindert gebraucht, solle es nachmalen by jedes Theils jez angeM»'nen habenden Gerechtigkeiten und Übungen, wie von Altem und bißhero gebraucht wordeil, verpleib»"'auch von beiden Theilen deine in allerweg nachkommen. Volg und Statt gethan werden.
Zum vierten. Die Kirchengüetcr betreffen!, soll es darmit den Verstand haben, wie von Altem h»»"'nämblichen daß die Catholischen von beden Kirchen sowol alhie in der Statt als zue Oberkirch, gleich ^die Evangelischen zu St. Johann die jährliche Nutznießung, doch alleweg ohne Schwanung des Capitalund daß auch selbige Nutzung an kein ander Ort, als was für die Kirch zur Ehr Gottes und derselb»"Gebeüwen nothwendig gebraucht werden, zu prätcndiern und zugemessen haben; und damit aber ^Capital nicht ohne Noth geschwächt oder vermindert werde, solleil die Pflegere aller dreyer erzehlten Kirch»"umb die jährliche Jnahin und Außgab nachmahln, wie vor der Zeit beschechen, ihr gebührende Pflegsch^Rechnung vor Herren Schultheißen und Rath beider Religionen thun und geben. Es sollen auch "andere Evangelische, die in der Obcrkirchischen Pfarr gesessen, sambt und sonders sich erklären und >h»»bevollmächtigte Anwäldt darstellen, daß sie dises Vergleichspuncten (sovil Oberkirch und dasselbige Kirch»"guet belangt) in alleweg content und zuefrieden, daß auch weder sie noch ihre Nachkommen darwider well»»nichts handlen noch fürnehmen, sondern bey deme allein unwiderrueflich gelebeil wollen; doch solle d»"'Herren Prädicanten alhie in der Statt, so die Cantzel zue Oberkirch bißhero versechen und noch vcrM'durch disen Vergleich der 4 Mütt Kerilen und 15 Gld. halber uf seinen Uszug nichts benommen sein,