1434
Juni 1647.
nimmt daraus, daß sie keine Mittel und Arbeit gespart haben, um die katholische Religion in den Bündenund deren Freiheit zu erhalten, wie denn solches anch von dem Bischof und den Häuptern und Nathsbotender katholischen Gemeinden unterm 27. Mai bezeugt wird. Nachdem das Geschäft an den ungleichenInstructionen der beiden Gesandtschaften gescheitert ist, so geht man darüber weitläufig und reiflich zu Nathe,namentlich wie bei den dermaligen gefahrvollen Zeiten, da die Hoffnung ans Frieden schwinde, zu helfen unddie Gefahr des Untergangs der katholischen Religion in den Bünden abzuwenden sei, wenn der Zustand von1620, worauf die Unkatholischen in Bünden und Zürich ausgehen, wieder herbeigeführt werden sollte. Zu-gleich wird man durch das beherzte Auftreten der Unkatholischcn, welche schon mit Execntorialien drohen, be-unruhigt und dadurch, daß der nächste Buirdestag gegen Gebranch nach Davos auf den 1l. Juli verlegtworden ist. Uri ist der Ansicht, man sollte dahin arbeiten, daß in den III Bünden der Zustand, welcher1624 gewesen sei, wieder hergestellt und erhalten werde, und daß man zu Sicherstellung der katholischen Re-ligion nöthigen Falles zu den äußersten Mitteln schreite, wie solche der Nuntius Sacrati vor seinem Ablebenangedeutet habe. — Alan erachtet hierauf für zweckmäßig, dieses Geschäft dein Papste und seinem Nuntiusin Münster zu empfehlen, damit derselbe mit dem französischen und dem spanischen Ambassadvr daselbst ver-handle; desgleichen dem Herrn von Caumartin und dem Grafen Casati. Es wird auch vorgeschlagen,Zürich durch ein nachdrückliches Schreiben zu ermahnen, den Eifer seiner Religionsgenvssen zu mäßigen undsie zu vermögen, mit dem sich zu begnügen, was die Katholischen seit der Abreise der Gesandten anerbotenhaben. Ein gleiches Ansuchen sollte an die Bttndner der andern Religion gerichtet, den Katholischen aberdiese Maßnahmen mitgctheilt und tröstlich zugesprochen werden. Uri wird ersucht, mit einer Standespersonin den Bünden vertraulich zu correspondieren, damit man über die Begebenheiten daselbst gründlichen Be-richt habe. Weil auf den 11. Juli ein neuer Bundestag nach Davos angesetzt ist, so wird für uvthwendigerachtet, bei dieser Gelegenheit nichts zu versäumen und die Gesandteil ans nächste Jahrrechnung zu Badengehörig zu instruieren. Freiburg und Solothurn sollen hicfür auch ersucht werden. Schwhz und Unter-walden, welche bei der Deputation in die Bünde nicht vertreten geweseil sind, auch nicht gewußt haben,was für eine Bewandtuiß die Sache habe, glauben, daß ihre Obrigkeiten kein Bedenkeil trageil werden, dengut befundenen Mitteln beizustimmen. I». Der Großherzog von Tvscana ersucht um einen Aufbruch von800—1000 Mann zu Fuß unter Oberst Jakob Lusscr. Die Gesandten sind bloß zum Anhören instruiert,die Meinungen verschieden. Endlich wird Lucern gebeten, als Vorort sich zuerst zu erklären, damit alsdanndie übrigen Orte die Sache auch vornehmen und an die höchsten Gewalten gelangen lassen können,v. Schwhz berichtet, daß seine Landsgemeinde beschlossen habe, nach zwei Monateil wieder zusammenzukom-men und auf die Heimberufung ihres Kriegsvolkes bedacht zu sein, wenn bis dahin von den verbündetenFürsten keine Satisfaction erfolge. «I. Uri berichtet, seine letzte Jahresgemeinde habe beschlossen, allenihren Hauptleuten zu insinuieren, daß sie sich künftig nur nach dem Inhalt des Bündnisses brauchen lassenund eher den Dienst aufgeben und heimziehen sollten. Dieser Beschluß soll auch dem französischen Ambassadoreröffnet werden; Zuwiderhandelnde sind an Leib und Gut zu bestrafeil. v. 1) In Betreff der schon viel-fach besprochenen Gesandtschaft an den Köllig von Frankreich ist Schwhz der Ansicht, daß dieselbe nur imNamen der katholischen Orte und ohne Zuthun der Nnkatholischen abgeordnet werden sollte. Gemäß dem,was auf der Conferenz vom 1. Mai und zu Whl verabredet worden ist, glaubt man aber, daß dieß nichtgeschehen könne, daß vielmehr die vier Städte ersucht werden sollten, in Betreff der Absendung dieser Ge-sandtschaft zu Baden mit Instruction zu erscheinen. Falls sie weilig Neigung zeigeil sollten, wird man das