30befördernd für das Wohl der Armen, es heißtnur, gegen Unordnungen und Laster zärtlichthun wollen. Es ist eine menschenfeindlicheLiebe, eine unbarmherzige Barmherzigkeit,wenn man ein kleineres Gut bewirken will,um ein großes Uebel anzurichten. Wie großist aber wirklich eure Gefahr, dieses Uebelanzurichten, wenn ihr blos nach eurem Gut-befinden ohne Ueberlegung und nicht gemein-schaftlich planmäßig eure Almosen fernerhindargeben solltet! Denket einmal nach, wie oftihr schon nach gewissen Launen Almosen hin-gegeben, wie oft ihr den Betrug zuletzt undzu spät eingesehen, und wie leicht ihr nochferner betrogen werden könnet, wenn ihr eureBeysteuer nicht auf die allgemeine Armenpfle-ge verwenden solltet; denn diese ist eigentlichdiejenige, welche, wie ihr aus allen Probengehört, auf das Zweckmäßigste und Nützlich-ſte Alles anleget, und der Noth der Armutham wirksamsten helfen kann. — Mithin mußuns allen die besagte Einrichtung höchstruhm-würdig vorkommen, sobald sie in unsrer Haupt-stadt zu Stande gebracht worden. — Sie, sieist die beste Art, den Armen Gutes zu thun,nämlich I. zum Nutzen des Staates II. derReligion, und III. der Armen selbst. Siebefördert das Wohl des Staates, indem sie
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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