29schen, Hausbedürftige, alte unvermöglicheLeute, die keiner Arbeit mehr fähig sind. Muth-willige Armen hingegen sind jene, die durchArbeit sich entweder ganz oder doch zum Theilenähren könnten, wenn sie wollten. Diese ma-chen oft einen großen Theil derjenigen aus,die an Wegen und Straßen öffentlich betteln.Sie gleichen den Heuschrecken, welche dasLand vor dem Angesichte der wahrhaft Dürfti-gen aufzehren; und, weil sie gemeiniglich un-verschämter und zudringlicher sind, deswegenden wahren würdigen Armen das Almosengrausam entziehen, entreißen. Ein Schauderund ein gerechter heiliger Zorn ergreift denvernünftigen Menschenfreund, wenn er frischegeſunde Männer und Weibspersonen an derStraße zuweilen sitzen, und dem Vorüber-gehenden so lange mit Ungestümme zusetzensieht, bis er ihm das Geldstück hinwirft, wo-mit er einen auf dem Strohbette lechzendenGreifen hätte erquicken können. Dieses wärenicht, der Noth abhelfen, wenn man also denVerstellten beyspringen wollte, ohne den wahr-haft Dürftigen in seinem verborgenen Schmer-zenszimmer aufzusuchen. Wenn man die wür-digen Armen vorbey gehet, und jene Unwür-digen beschenkt, wäre dieses nicht durchauswider die vernünftige LiebeJa: Es ist nicht
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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