Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
1361
Einzelbild herunterladen
 

Juli 1645.

^ Zürich Lnccrn um Bewilligung eines gemcineidgenössischen Schreibens au den Herzog von Longneville""gehe. In demselben lvürde mau dem Herzog ,zu dem Amt eines französischen Plenipotcntiarns gratnlicrcir""d um seine Vermittlung nachsuchen, daß die Eidgenossenschaft i» den allgemeinen Frieden, über welchen5" Münster und Osnabrück verhandelt wird, eingeschlossen und mit solchen Neuerungen, die ihrer althcr-^brachten Souveränität zuwiderlaufen, künftig verschollt werde. Der französische Ambassadvr findet diesesLittel auch rathsam, bietet seine guten Ofsicicn schriftlich an und ist der Ansicht, daß man zu mehrererBeförderung der Sache eine eigene Person am Orte der Friedensverhandlungen haben sollte, was vielleichtKosten für die Eidgenossen geschehen könnte. Für den Fall, daß die Bewilligung von Lncern nicht^ältlich wäre, wird für passend erachtet, in der evangelischen Städte Namen an den Herzog zu schreiben.^ Die Gesandten von Basel, wie auch die übrigen, bitten Zürich, wenn es denen im Wildbad im Württcm-^gerland, welchen in die sechszig Häuser abgebrannt sind, nnd den in's Elend vertriebenen Mannheimern,auch bei ihnen um eine Steuer nachgesucht hätten, eine Unterstützung zukommen lasse, ihnen davon^lntniß geben zu wollen. Zürichs Gesandtschaft sagt .es zu. «I. Schaffhansen berichtet, Cvmmissarinss^er von Hvhentwiel sei unlängst, als er von Schaffhanse» nach Twiel habe reisen wollen nnd 1040Scalen bei sich gehabt habe, von einer baierischen Partei auf Schaffhauser Gebiet ergriffen, nach Ucber-"'Wi geführt, daselbst examiniert nnd dann nach Zell gebracht worden. Alan habe zu Ucberlingen und^"ach am baierischen Hofe um seine Freigebnng angehalten, bisher aber ohne Erfolg. Man möchte auf^l und Wege bedacht sein, wie derselbe wieder auf freien Fuß gesetzt nnd Ungclegenheiten verhütet"^en könnten. Der Commandant ans Twiel habe bei Schaffhansen um Arrest ans des Feiildes Güter"^gesucht und gedenke gegen die baierischen ans Schaffhauser-Gebiet ein Gleiches vorzunehmen. Schaff-wird gerathen, für Kellcr's Freigebnng nochmals nachdrücklich zu svllicitieren nnd dann den Bescheidlibrigcn evangelischen Orten zu weiterm Nachdenken mitzuthcilen. «. Schaffhansen berichtet, die Hand-'"'K des Bürgermeisters Ziegler gegen die Schlumpfischen und Felsischcn Falliten, sowie gegen Laurenz ZilliMithaften von St. Gallen beruhe ans einem Comprvmiß, nach welchem die Sache durch beiderseits^tene Schiedleute gütlich ausgetragen oder im andern Fall zu St. Gallen rechtlich erörtert werden sollte,den St. Gallischen werde nun verlangt, daß die Schiedlcnte nur aus ihrer Stadt genommen werdenwas dem Inhalt des Compromisses zuwider sei. Alan möchte dem Bürgermeister Zieglcr mit einem^ ^fehreiben rcn St Gallen behülslich sein. Man antwortet, istatthaltcr Hirzel und Mithaste von Zürich'» einer ähnlichen Verhandlung mit St. Gallen begriffen. Die Zieglerischen möchten etwa vierzehnwarten, bis man sehe, wie diese Verhandlung sich gestalte, nnd was man eines gütlichen Vergleiches^ber Uuu St. Gallen erhalte, alsdann wolle man für den Bürgermeister an ^t. Gallen schreiben, daß es^ 2Lahl der Sätze oder Schiedlente außerhalb seiner Stadt nicht entgegen sein möchte, t. Dem Prädi-Jakob Mnrer von Biel wird auf sein dringendes Anhalten ein Jntercessionsschrcibcn an die Stadtdamit ihm zu dem, wozu er Fug nnd Recht hat, wieder veiHolsen weide, z»'. Schafshausen^ ^ Zürich gegenüber, daß es bei dem hl. Nachtmahl sich statt der Oblate» des rechten Speisbrvdes zu^ ^»eu gedenke, wie dieß in den übrigen evangelischen Kirchen in- und außerhalb der Eidgenossenschaftsei. Zünch bittet Schaffhansen, in diesem wichtigen Geschäfte nicht zu eilen, sondern bis ans^e Unterredung beim Alten zu verbleiben.

171

I