Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
1302
Einzelbild herunterladen
 

1302 Deceinber 1643 und Januar 1644,

Cvnsereuz der katholischen Orte und des Abtes von St. Gallen.

Lncer». 1643, 30. December bis 1044, 2. Januar.

Staatsarchiv Luccr». Al'sch. So anaa ISIS. Bd, XXXIII, toi, S!k.

Gesandte: Lucern. Heinrich Fleckenstcin, Ritter, Schultheiß und Pannerherr; Jost Bircher,Alt-Schultheiß und Stadthauptmann; Ludwig Aleyer, Lcodegar Pfhffer, der ältere, alle des Raths. ^(Niemand,) Schwyz. Johann Sebastian Abyberg, Landammann; Sebastian Abyberg, Alt-La»^'mann; Martin von Nickenbach, genannt Bclmont, Statthalter. Unterwalden. Wolfgang Stockt»^'Ritter, Landammann, von Ob»valden; Arnold Stultz, Landammann, von Riidwalden. Zug. Wolsü^-Wikart, Statthalter; Peter Trinkler, Ztiklaus Jten. Glarus. Balthasar Müller, Landammann.bürg. (Niemand.) S o lothu rn. Mauriz Wagner, Seckelmeister. Ap penzell- I n nerrho^^Jakob Wiser, Landammann und Pannerherr. Abt St. Galle n. Georg Nenner, Neichsvogt,

Als erster Gegenstand der Berathung »vird die Frage ausgestellt, durch was für Mittel ui>v ^»velche Weise das Vaterland, das dermalen von fremden Waffen rings umstellt ist, sicher gestelltkönne. Man verhehlt sich nicht die gefährliche Lage, welche dazu ausfordert, die Augen recht zu öffne» ^zu sehen, wohin die Sache noch führen könnte, und das Beispiel der Altvordern sich vor Augen zuAlle Gesandten sind jedoch der Ansicht, daß man auf die allerfreundlichsten und gelindesten Mittelsein müsse, daß kein Ort dem andern in seinen freien Willen greifen oder ihm vorschreiben dürfe, dail ^aber das Vaterland und dessen Lage allen andern Rücksichten und Privatinteressen voranstellen müsse- -das wirksamste Mittel wird die früher schon besprochene Gesandtschaft an den französischen Hof angeß^Wenn man sich auch nicht verhehlt, daß gerade diese zwischen den katholischen Orten und denen derReligion einen Bruch veranlaßt hat, der auch einige katholische Orte bewogen hat, nicht zu der Absensderselben im Namen der gesammten katholischen Orte zu stimmen, so hofft man doch unter den dermalVerhältnissen auch von Seile dieser noch die Zustimmung. Von Uri erwartcr man, daß es sich mclst ^neu »verde. Solothurn erklärt zwar, daß seine Herren und Obern noch derselben Ansicht seien, wieLucern, Schwyz, Unterwalden, Zug und Apvcnzell eröffnen, daß ihre Instruction jcweilen dahin 6^^sei und noch dahin gehe, dahin zu wirken, daß die Gesandtschaft im Namen aller Orte oder der säm»ül»katholischen Orte oder so vieler, als sich dazu verstehen, abgeschickt »verde. Von Glarus und demvon St. Gallen erwartet man in Anbetracht der Erklärungen, welche deren Gesandte abgeben, ohR ^Zweifel die Beistimmung. Wenn schon früher bei weniger »vichtiger Veranlassung zu dem Mittel einet ^sandtschaft geschritten »vorbei» ist, so wird bei den dcrmaligcn Zeitläufen eine solche für um so berech^,augeschen, und um so mehr thue Einigkeit Noth, Diese zu stören, versäumen die Eidgenossen derReligion keine Gelegenheit; ans deren heimliche Machinationen ein »vachsames Auge zu haben, ist diejedes Ortes. Ter endliche Entschluß geht dahin, beförderlichst die Gesandtschaft an den französisch^ ^abzuschicken, um des Königs oder der Negcntin Meinung zu erfahren, damit man je nach BeschRw^derselben die erforderlichen Dispositionen treffen könne. Plan müsse jetzt herzhaft die Sache angteW ..sich nicht dafür ansehen lassen, als gebe man der Meinung der Eidgenossen der andern Religion ^ ^und getraue sich nicht ohne sie die Sache auszuführen. Freibnrg und Solothurn »Verden gebeten, ^zuschließen; die übrigen Gesandten, welche noch mit keiner definitiven Instruction versehen sind, »verde»