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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
Entstehung
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Unglücklichen, die in den Bezirken unsterStadt unter dem schmerzhaftesten Drucke derDürftigkeit schmachten, sind gerechte Stim-men, wenn sie Hilfe fodern. Ihre Seufzer,ihre Thränen sind heilige Rechte, die sie vordas Angesicht ihrer noch bemittelten Nachba-ren bringen; denn gleichwie die Reichen: sosind auch immerhin die Armen unsre Brüder,haben mit Allen einerlei Endzweck ihres Da-seyns, gleiche Ansprüche auf die Glückseligkeiteiner Gemeinde, auf die wechselseitige Liebe,auf die Unterstützung ihrer Bedürfnisse, wes-wegen sie sich mit andern Bürgern im Staatevereiniget haben. Die Wohlfart des Staa-tes genehmigt, ja fodert die Unterstützungdieser Rechte der Dürftigen, indem der Staatnie ganz glücklich seyn kann, nie den gehörigenGrad seiner Wohlfart zu erreichen vermag,solange noch eine Menge der Dürftigen imElende darbet. Es bedarf hier keiner langenBeweise, um die enge Verbindung einzusehen,in welcher die Versorgung der Armen mit demWohlſtande eines Volkes ſteht. Gewiß, ge-wiß: Die Mildthätigkeit ist das süße Band,welches Reiche und Arme zusammenknüpfet,sie ist das kraftvolle Mittel, welches das nö-thige Gleichgewicht in einem Staate erhält.Aber nicht eine jede Barmherzigkeit ist es,