Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
1204
Einzelbild herunterladen
 

1204

Jmü 1641.

beleidiget worden und jhr Meinung jhrem Höchen bethüren nach niemals geweßen, die wehr wider jhre Ober-keit zu ergryffe»; deßglychen auch in der j Küchen zu Thun alle ußschütz in der Gmeinden und jhrem st^eignen Nammen vor uns, auch in bywetzen etlicher Herren Deputierten der Statt Bern jhren fehler, de»sy mit Verweigerung der wol angcsechncn Stuhr begangen, mit sonderbarem reüw und leid erkhendt u»dbekheiwt, zum > deemütigisten umb gnad und vcrzychnng pittende, darnebent arich die in dein zng für Th»"begriffen geweßen, svwol in bemelter Küchen zu Thun gcmeinlich, als auch hernacher vor RathBürger zu Berir zechen von jhnen utzgesch'oßnen Männer sonderbar, in aller nammen einen ( deemütig^Fußfal gethan und um Gottes willen umb gnad und vcrzychnng gebätten: alß hat hieruf ein liebst)^Oberkeit der Statt Bern und sonderlich umb nutzerer für sy die unterthancn geschechne fürpitt undcession willen allen interessierten Gmeinden > und jeden persohnen under jhnen gnad und Perdon crthe^will auch jemanden: under jhnen von der begangnen fehleren wegen weder an Lyb, ehr nach gilt (dasdoch wolverdient) fehrner nutzit zu silchen, sonders allen gemeinlich und sonderlich vätterlich verschonen-

Den Kosten belangend, so eine hoche Oberkeit by ditzen entstandnen Unruhen erlitten, wcre zwajn'^gantz billich, daß jhro denselben die underthonen nach gebür abtragen sollen; zu respect mid ehre»uiißeren allersyts Herren lind Oberen und uff nutzere Jnterces ( sion hat sy umbs besten willen denstst'^jhreii underthoiien allcnklich nachgelassen uiid i>ß giiaden geschenckt. Was über das die mehrerlei)brachte befchwerniissen der underthanen, altz irainlich des Saltzes, deß Pulvers und derglycheir s fachenbetrifft, sollen sy die underthanen jhnen ertheiltem rath nach dieselben an jhr liebe Oberkeit Supplicaw'^wyß gelangen lassen und umb gnädige Verbesserung der jhnen beschwerlichen mitzbrüchen anhalten,zwyfflende, dann man > jhnen detzwegeii die gnadenhand pieten niid gebürlich begegnen werde. Da»nü^ivatz sich in wehrenden nnruhen ein lind andersyts, es sygc mit zureden, träüw- ald scheltworten ' ^anderen derglychen ohngütlichen fachen mehr zwüschcnt deir underthanen von s geist- und weltlichemzugetragen, das alles solle hiemit allerdings nsgehept, tod und ab syn, auch iiicinaiidem verwytzlich iwcheinichein ohiiglimpf gereichen mögen; wellicher auch die vergaiigeiie fachen widerumb ohnglimpslich a»zä"inöchte, der solle (darüber syn gebärende straff zu erwarten haben, llnd diewyl hieruff ein löblichekeit der Statt Bern sich von nutz crpitten lassen, mehr gemelte jhre underthanen widerumb zu gnaoe»und anzunemmeni also sollen hingegen sy die underthanen ( sich widerumb gegen derselben in allwägsälgig und gehorsamb ynstellcn (und da es jhro gefellig) solchen durch nüw leistende Eidts-Pflicht best^ ^und also alles widerumb in syuen stand, wie es vor ditzen nnrnhen geweßen, gerichtet und gesetzt syn-übrigen was ein hoche Oberkeit jhren underthanen jewylen für Briefs und Sigel, Freyheit und gerechtigkc^gönnen und geben und sy sonsten auch haben möchtend, soll es by denselben durch utz in allen puncten e.abbrüchlich syn verblyben haben. ^

Schlietzlichen ist by ditzem allein nutzer ußtruckenliche Meinung, welliche Gmeinden ald persohncn vwschribnen Articlen nit nachkhommen werdent, daß an dieselben einer Höchen Oberkeit jhr Recht derfung halber in bester formb solle vorbehalten syn. s Dessen zu wahrem urkhllndt und gezügknutz, st'lvir Yngangs ernannte gemeinlich rmtzere anerborne Ynsigel (jedoch nutz i»id nutzeren Erben in ^ailwäg ^schadcir) öffentlich hencken lassen an ditzeren Briefs, der geben ist uff Pfingsten, von der gnadrychcnunser» lieben Herren und Hcylands Jesu Christi gezalt Sechszechen huiidert vierzig und ein Jahre- ^Zil wüssen syge hiemit-. Nachdem etliche Gmeinden im anderen Ergvuw utz dein munvtlichen ^und heimb gebrachten schrifftlichen Schyn jhrer zil Thun gehepten usschüssen nit gnugsamblich