Juli 1630.
627
SSV
Gemeineidgenössische Jahrrechnungs-Tagsahung der XIII Orte.
Baden. 7. bis 24. Juli.
Staatsarchiv Zürich. Nnnt. XII. 14». kol. SM. Staatsarchiv X'uccr». Absch. <Iv annn i«M. vd. XX. InI. S7.
Gesandte: Zürich. Hans Heinrich Holzhalb, Burgermeister; Hans Heinrich Wirz, Scckelmeistcr. Bern.Claudius (Glado) Wehermann, Zeughcrr; Beat Ludwig Michel, des Raths. Lucern. Moriz An der All-mend, Schultheiß; Jakob Birchcr, Bauherr und des Raths. Uri. Sebastian Heinrich Trösch, Landammann;Jakob Ncll, des Raths. Schwyz. Gilg Frischherz, Ritter, Landammann; Martin VonOeüw, des Raths.Untcrwalden. Marquard Jmfeld, Landammann; Niklaus von Deschwanden, des Raths, von Obwalden;Johann Lussi, Ritter, Landammann, von Nidwalden. Zug. Johann Trinkler, Alt-Ammann; RudolfKreuwel, des Raths. Glarus. Balthasar Gallati, Landammann; Hans Rudolf Tschudi, Statthalter.Basel. Leonhard Lützelmann, Hans Rudolf Wettstein, beide des Raths. Frei bürg. Johann Reiff, Schult-heiß; Peter Heinricher, Seckclmeister. Solothurn. Johann Degenscher, Seckelmeister; Victor Hafner,Stadtschreiber. Schaffhausen. Rochus Goßweilcr, Bürgermeister; Hans Ludwig Seiler, Statthalter.Appenzell. Martin Guter, Landammann, von Jnnerrhoden; Konrad Zellwegcr, Landammann, von Außcr-rhoden.
Eidgenössische Begrüßung, z». Es werden die zwei auf letzter Jahrrechnung entworfenen Projectc ver-lesen: 1) wie die Nachschlage auf den Tagsatzungen fürderhin besser verschwiegen bleiben können; 2) wiedie Aemter ohne Practiken in den Orten verliehen und die großen Auflagen der umgewühlten Landvögtc inden gemeinen Bogteien abgeschafft werden können. (Die Projectc sind dem Abschiede nicht beigelegt.) Nach-dem alsdann beide in der Obrigkeiten Namen ratificiert worden sind, ermahnt Bürgermeister Holzhalb dieGesandten, selbige fleißig zu beobachten und Alles zu verschweigen, woraus gemeiner Eidgenossenschaft Schadenund Gefahr entstehen könnte. Dem Landschreiber und dem Nntcrvogt zu Baden wird solches bei ihren Eidenauferlegt und dem Erstem aufgetragen, dem Substituten und andern Scribenten auf der Tagsatzung ernstlichanzuempfehlen, bei höchster Strafe und Ungnade nichts zu offenbaren. I». Der Subdelegierte des ErzherzogsLeopold, Isaak Volmar, beider Rechte Doctor und vorderösterreichischcr Regimentscanzler, übergibt seinCredenzschreiben und trägt alsdann vor, die Orte seien wiederholt versichert worden, daß man mit Besetzungder Pässe in den Bünden, auch mit dem in Schwaben und im Elsaß eingelagerten Kriegsvolk nicht beabsichtige,die Eidgenossenschaft in Ungclegenheit zu stürzen oder die III Blinde zum Nachtheil gemeiner Eidgenossen-schaft in Dienstbarkeit zu bringen, daß man vielmehr, sobald die italienischen Unruhen gestillt seien, die ein-genommenen bündnerischen Pässe verlassen und den frühern Zustand wieder herstellen werde. DerKaiser und der Erzherzog Hütten aber wieder Verhoffen vernehmen müssen, daß bei der jüngst zu Solothurngehaltenen Tagsatzung und auch an andern Orten der Eidgenossenschaft in öffentlichen Nathsversammlungendurch die Abgeordneten des Königs von Frankreich ganz hitzige Vorträge gehalten und alle Mühe angewendetworden sei, um den Kaiser und das Haus Oesterreich bei der Eidgenossenschaft „in ungleiche Mißgcdanken"zu bringen, als wären dieselben gesonnen, die Eidgenossenschaft wieder unter österreichische Dicnstbarkcit zubringen. So sei denn ein Aufbruch von 6000 Alaun eidgenössischen Fußvolkes beschlossen worden, zwar nichtin der Form, wie das Begehren gelautet; damit seien dein König von Frankreich aber die Mittel an dieHand gegeben worden, das heilige römische Reich an seiner Souveränität und einen vornehmen Fürsten und