October 1629.
611
fortzufahren gedenken, so verfahren, daß ineinande» zu Ungutem Ursache gegeben werde. — Diese Erklärunglassen die genannten Orte besonders dem außerordentlichen französischen Ambassador vortragen; darauf er-öffnet man demselben durch einen Ausschuß von gemeiner Versammlung die erfolgten Erklärungen, damiter erkennen könne, daß zwischen den Orten keine Trennung, sondern nur eine Meinungsverschiedenheit überdie Zeit herrsche, und daß man im klebrigen einmuthig und beständig bei einander verbleiben wolle. Der'Ambassador erachtet die von den katholische» Orten angeführten Motive für unerheblich und widerlegt die,selben einläßlich. Diejenigen Orte dagegen, welche den Abschied von Solothurn ratificiert haben, lobt er,daß sie bei ihrem Entschlüsse verbleiben, und spricht die Hoffnung aus, daß, wenn sie ansbrechen, die andernauch uicht säumen und bald nachfolgen werden. Sollte man wegen der Contagion Bedenken tragen, so könnejedes Ort sein Volk im eigenen Gebiet i» sichere Gegenden verlegen, bis die Roth erfordere, es an die Grenzenoder anderswohin zusammenzuführen. Die Erklärung, daß u.a.. einander in. Nothfall mit Gut und Blutnach Inhalt der Bünde beispringen wolle, wird wiederum erneuert. Es wird für notwendig erachtet,daß auf das kaiserliche in. verwicheneu April eingegangene Schreiben nunmehr geantwortet werde. Das zuSolotburn vorgelegte Concept wird mit einigen Abänderungen ausgefertigt und durch einen eigenen Currier ab-geschickt. In demselben wird erklärt, daß man Volk an die Grenze» lege, weil man ringsum waffneund kaiserliche Officiere und Soldaten äußern, daß der Krieg der Eidgenossenschaft gelte; jedoch habe dieseAufstellung blos einen defensiven Zweck. Ein Schreiben gleichen Inhalts läßt man an den Erzherzog LeopoldAbgehen 5'. Es wird der Antrag gestellt, daß zu künftiger Restauration des Bündnerlandes, und damitda - Veltlin wieder i» der Bündner Gewalt und zu der Eidgenossenschaft möchte gebracht werden, der Tractat,welchen der Marschall von Bassompicrre zu Solothurn mit den Orten gemacht, wieder hervorgenommeuwerde Damit man künftig bei gelegener Zeit dessen eingedenk sei» kann, nimmt man diesen Antrag in denAbschied Was der außerordentliche französische Ambassador auf das Ansuchen, die ausstehenden Pen-sionen und Distributionen auszutheilen, geantwortet hat, wird jeder Gesandte zu berichten wissen. I». Es istBericht eingekommen, daß die jenseits des Gebirgs in der Obrigkeiten Ra.nen befindlichen Soldaten von denNnterthanen gar Übel gehalten werden, und daß z» besorgen sei, sie möchten, .venu ...an sie nicht vor de».Winter Heimrufe, von den Bauern „durchhin gerichtet werden". Man läßt deßhalb bei den. außerordentlichenfranzösischen Ambassador dar...» anhalten, daß er die Fähnlein jenseits des Gebirgs und im Sarganserlanderhalten möchte. Falls dieb geschieht, soll man die Fähnlein vollzählig machen und den Landvögte., undAmtleuten schreiben, daß man den Soldaten bei hoher Strase und Ungnade ^-euer und Licht geben und siesonst halten solle, daß sie es erleiden mögen. Sollte der Ambassador dazu ...cht .-...willigen, so soll u.a.. sie...it guter Form hei,»berufen. Weil der Ambassador sich für de» Augenbl.ck ...cht erklären kann, sondernnoch auf Briefe wartet, die ilnn bald ans Frankreich zukommen werden, so muß u.a.. die Sache bis dahinruhen lassen Z. (S u. Mendris.) Martin Gasser, des Raths zu Schwhz und wohnhaft bei Rotheu-thurm bittet ..... Fenster mit der Obrigkeiten Ehrenwappen in sein daselbst gar kostlich und zu... Nutzen undzur Kommlichkeit aller Durchreisenden erbautes Wirthshans. Sein Ansuchen wird in den Abschied genommen.
ii. (S. u. Nheinthal.)
VII katholische Orte und Appenzell-Jnnerrhodcn.
»» Solothurn legt eine schriftliche Erklärung vor, wie es de» jüngst zu Solothurn errichteten Abschiedverstehe' Es seien sagt es darin zwei Ursachen enthalten, weswegen das Kriegsvolk aufgestellt werden soll,erstens zur ErlM.u^ und zu». Zeiche», daß die Eidgenossenschaft einig dastehe;