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Juni 1629.
und Lucern zu mehrerer Fürsorge zwei kriegserfahrene Männer dahin abordnen, um dem Volk zuzusprechenund gute Anordnungen zu treffen. Weil das kaiserliche Volk zunächst dein Sarganser Land gelegen ist unddie Pässe daselbst offen sind, so verordnet man, daß die 190 Manu von Zug, die sonst auch über dasGebirge ziehen sottteil, nebst 50 Mann von Glarus, das seine übrige Mannschaft zu Bewachung seiner Grenze»gebraucht, sich beförderlich dahin zu begebeil habeil, um den Paß ob Nagaz und am Schollberg mitSchanzen und, wie es sollst die Nothdnrft erfordert, gegen plötzlicheil Ueberfall und die ausreißenden Soldatengenugsam zu verwahren. Wenn etivas Feindliches vorgenommen werden sollte, werden sie die nächstgelegenenOrte sofort davon benachrichtigen, die ihnen laut jüngst gethauer Erklärung mit allein Nachdruck zu Hülfeeilen sollen. — Es ist auch Bericht eingekommen, daß Don Gonzales di Cordova in eigener Person nachComo kommen werde, daß ein Anschlag auf Vellen; gemacht und Mendris überfallen werden solle,und daß die ennetbirgischen Vogteien mit Proviant und Munition übel verseheil seieil. Obgleich man nichtAllem Glauben schenkt, so schreibt man doch den ennetbirgischen Landvögten, daß sie gute Sorge anwenden,das Volk ermuthigen und sich ein jeder mit Bezug auf die erwähnte Verordnung mit Proviant und Munitionversehen solle. «?. Weil die Contagiou in den eidgenössischeil Landen schon eine Zeitlang zu regieren auf-gehört hat, so sollen die Landvögte die mailändischen ooimuissarii clolla. sauitä wieder zurückweisen. Weilsodann den Unterthaneu von dein mailändischen Gebiet keine Victualien zugelassen werdeil und also der freieKauf, obgleich man'ihnen aus den eidgenössischeil Landen Alles zukommen läßt, gesperrt ist, so schreibt manan Doil di Cordova, daß er die Victualien verabfolgeil und den freien Kauf gestatten möchte nach Inhalt„der nachbarlichen Intelligenz" und alter Gewohnheit. Für den Fall, daß dieses Schreiben erfolglos bleibensollte, wird Uri Vollmacht gegeben, den Landvögten aufzutragen, daß sie aus den eidgenössischen Landen nachdein Herzogthum Mailand auch nichts mehr sichren lasseil. Die Fähnlein jenseits des Gebirgs solle» fleißigdarauf achten, daß dem Allem nachgekommen werde; überdieß wird jedes Ort ermahnt, seine daselbst befind-lichen Fähnlein mit nothwendigem Proviant und Munition zu verseheil und Vorsorge zu treffen, daß dasLandvolk auch mit dem Röthigen versehen werde, v. Obwohl jedes Ort seinen Haupt- und Kricgsleutenjeilseits des Gebirgs gebührende Ordonnanz gegeben haben wird, so läßt man dennoch durch einen Ausschußim Namen der Herren und Obern auch eine solche verfasseil, die den Hauptleuten, mit weiteren Auseinander-setzungen begleitet, zugeschickt wird. i. Deßgleichen verfaßt dieser Allsschuß ein Project, aus welchem dieOrte ersehen können, wie ein Defensionalwcrk einzurichten sein möchte. Weil etliche Gesandte nicht instruiertsind, sich darüber auszusprechen, so sollen ihre Orte sie auf nächste Jahrrechuung deßwegen mit vollem Be-fehl verseheil. A'. Weil man dicßinal nicht für passend erachtet, das kaiserliche Schreiben zu beantworten,llild die Verhandlung wegeil der Bündner zeigt, daß man nicht weiß, wie ihnen wieder zu helfen sein möchte,so stellt man die Sache bis auf eine spätere Gelegeilheit ein, da vielleicht mit der Zeit „andere Materie an dieHand wachsen wird." Weil Unterwalden bei dieser allgemeinen Zusammenkunft auf das Ausschreiben,licht erschienen ist, so verweist man ihm dieß durch ein Schreibeil; nichts desto weniger aber schickt manihm den gemachten Abschied, damit es, was verhandelt worden, vernehme und sich auch darnach richte.R. An den General-Oberstwachtmeister Gallas oder in, seiner Abwesenheit an denjenigen, der für ihn coin-mandiert, läßt man ein Schreiben abgehen, des Inhalts, durch die Gesandten, die jüngst bei Jhro Gnadenüi den Bünden geweseil seien, sei mau benachrichtigt worden, daß das kaiserliche Kriegsvolk blos deßhalb indie Blinde gekommen sei, um durch selbige Lande den Durchpaß nach Italien zu nehmen, nicht um sich daselbstlange aufzuhalten, und daß die Eidgenossenschaft daher nichts zu besorgeil habe, mit verschiedenen Versiche-