Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
418
Einzelbild herunterladen
 

418

Decembcr 1624.

Katholischen Schanzarbeit auferlegt, der Verkehr mit dein Nuntius gehemmt werde. Alsdann geht derNuntius ans des Ambassadvrs Handlungsweise im Veltlin über. Obschon derselbe versprochen habe, nichtsgegen das Veltlin unternehmen zu wollen, da es in äoxosiko sei, habe er dasselbe angegriffen, sich derFestung Plattamala bemächtigt, Tirano belagert, und sage unverholen, daß er vom König den Befehlhabe, das Veltlin den III Bunden wieder zu unterwerfen. Die Orte möchten das Veltlin nicht in dieHände eines Fürsten kommen lassen, der mächtiger sei als sie, und nicht unter dem vom Marquis vorge-schützten Vorwand, daß die Waffen der katholischen Union Deutschlands drohend an den Grenzen stehen,die Pässe und hauptsächlichen Orte durch französische Truppen auf des Königs Kosten besetzen lassen. DieEinwilligung in dieses Anerbieten des Königs sollten sie wenigstens so lange noch aufschieben, bis sie sichereKenntniß von dem Znsammenzug des uniouistischen Kriegsvolkes an den Grenzen und von den Absichtendes Erzherzogs Leopold hätten, und sich nicht durch das Vorgeben des Marquis de Coeuvrcs hintergehenlassen. Sie möchten endlich als Beschützer des heiligen Stuhles das Ihrige thuu, daß die demselben zuge-fügte Schmach abgewendet werde und vor allen: in Einigkeit handeln zur Erhaltung des katholischen GlaubensI». In den: Vortrag, welchen der spanische Ambassador Dogliani hält, warnt er die Orte vor den Vor-wänden des französischen Ambassadors, vor den Einflüsterungen der axxasmouati xonsiarmrii, sowie auchvor der Geineinschaft mit den Neugläubigen, den „Philistern", und ermahnt sie, als erste Sorge zu betrachten,in den: katholischen Glauben sich fest, rein und unbefleckt zu halten. „Ihr sollt wissen, daß eii: Afrikaneroder Indianer, der katholisch ist, euch näher verwandt ist, und daß ihr ihn: mehr Gunst zu erzeigen schuldigseid, als einem Schweizer und Landsmann, der eii: Ketzer wäre, und werfet von euch die bösen Worte äslibortü äs oonsoiou-m und die ra^iono äö stato, so aus den: Abgrund der Hölle entsprungen sind-v. Der französische Ambassador Mirvn adressiert ein Schreiben an die Conferenz, in welchen: er bedauert,daß die katholischen Orte sich nicht an ihn angeschlossen haben, und setzt die Motive auseinander, welcheden König bewogen habe::, in das Veltlin zu ziehen. Der König nämlich sei unwillig geworden, daß dirRestitutio,: des Veltlins länger als die stipulierten drei Monate hinausgezogen worden sei, woran die spanisches ^Minister und Diener Schuld seien; er habe daher auf die Exemtion des Vertrags von Madrid gedrungen-In den Bünden habe er den katholischen Glauben aufrecht erhalten; wenn hie und da protestantischer'Gottesdienst eingeführt worden sei, so sei die Obrigkeit in den Bünden dafür verantwortlich. In den zehnGerichten habe er blos einen Widerruf der erzwungenen Handlungen empfangen, welche den: Bündniß mitFrankreich zum Nachtheil waren; jedoch geschehe dadurch den Gerechtsamen des Erzherzogs Leopold keinAbbruch. Daß ins Prütigau wieder evangelische Pfarrer eingedrungen seien, brauche man sich nicht zu ver-wundern, da bis dahin sich niemand habe von den katholischen belehren lassen und die katholischen ih"'Heerde selber verlassen hätten. In: Veltlin habe man allgemeinen Pardon ertheilt und die Leute vergewisserstdaß keine andere Religion daselbst geübt werden solle, als die katholische; man habe ihnen ihre alten PritMlegten wieder gegeben. Auf diese Weise habe der Marquis de Coenvres den Vertrag von Madrid exeqrmnstNeben diesen: Schreiben wird noch eines von Miron wegen „Einlosierung" fremden .Kriegsvolkes in derGrafschaft Baden saunnt den aus Veltlin eingelangten Zeitungen angehört, al. Die Gesandten von Lueewund Schwhz relatieren über das, was sie bei Erzherzog Leopold ausgerichtet haben. Dieser hat sich mit dcr-'gegebenen Erklärung zufrieden gegeben und mitgetheilt, er gedenke wegen vernommener Drohungen srwüvier Städte an: Rhein mit Volk zu besetzen; die katholischen Orte möchten deßhalb keinen Argwohn fasßMda er sich bei der Erbeinigung wohl befinde.') — Den Gesandten wird ihre Verrichtung verdankt, v» SchwB