August 1623.
353
diesem Anlaße soll mit dem Bischof über die Mängel der Priestcrschaft iu Lehre, Lcbeu und Sitten gesprochenwerden; dergleichen mit den Gesandteil der sieben Zehnden iiber den Mangel an Kircheilzierden und denschlechteil Zustand der Kirchen selber, sowie über die Verbesserung der geringen Pfründen und die BeschaffungVmplarischer Priester. Weil sodann die ehrwürdigen Väter der Gesellschaft Jesu besonders bei der liebenfugend viel Gutes schaffen, soll eine wirksamere Unterstützung derselben befürwortet werden. Es könnteauch bei der neugegründeten Congregation äs xroxa^anäg. kicks in Rom um eine Steuer für die Vermeh-rung der Pfründen und Kirchenzierden angehalten werden. Sollten die Abgesandten von Wallis sich abermalsdes Gegcnschwnrs beschweren und auf ein einiges Vündniß hindeuteil, so soll man sie freundlich abweisen.Ferner möchte Wallis, wenn in seinem Lande der Eid soll geleistet werden, diese Eidesleistung ans kniff-ligen Sommer hinausrücken, damit die Gesandten der fünf katholischen Orte von oben in das Land reisenkönnen. Der Eid soll dann wie vormals öffentlich in den Kirchen verlesen werden und Freibnrg Wallisden Tag des Bundesschwurs anzeigen. Jedes Ort wird seinen Gesandten mich Befehl nach Freibnrg geben,!ür Aufhebung des Bündnisses zwischen Wallis und den III Bünden zu reden, welches Wallis trotz demWiderspruch der katholischeil Orte geschlosseil hat. v. Doctvr Johann Christian Schmidlin erklärt im Namendes Erzherzogs Leopold in Beziehung ans den projectierten Vau der Festung auf der Steig, daß derselbeweder der Erbeinigung noch dem Tractat von Lindau zuwiderlaufe, sonst müßten auch die BefestigungsbautenZu Basel und Mülhausen und was in Sargans begonnen worden sei, derselben zuwider sein. Durch dieseBefestigung werde der Paß nicht gesperrt und der freie Handel und Wandel nicht gehindert; zudem seiendu beiden Bünde damit nicht unzufrieden, weil ihnen die Besatzung abgenommen werde. Nachdem mandusen Vortrag angehört, deßgleichen den mündlichen Bericht des Seckelmeisters Fleckenstein von Lncern, derueulich mit Statthalter Hirzel von Zürich wegen dieses Baues abgesandt worden war, findet man, daß zwardie Bündner durch ihre Unbeständigkeit die Besatzung wohl verdient haben, daß aber der Festungsban demtractat von Lindall zuwiderlaufe und den benachbarten Ständen gefährlich sei. Alan ist jedoch der Ansicht,duß dem Erzherzog Leopold andere Mittel zu seiner Versicherung vorgeschlagen werden könnten, daß manentweder dem Erzherzog anzeige, daß die vier Städte und Glarns sowohl, als die katholischen Orte und beideBünde den Tractat von Lindall gutheißen und in Folge dessen sich der Prätigauer, als des Hauses Oesterreichkkuterthanen, nicht mehr annehmen werdeil, oder daß man, wenn die Bünde sich wieder empören sollten,dem Erzherzog thätliche Hülfe in dessen Kosteil oder, insofern die Steig geschlossen wäre, den Durchzugdurch Sargans zusage. Damit der Erzherzog durch die lange Verzögerung nicht unwillig werde, soll Zürich^l'ucht werden, beförderlich eine Tagsatznng der XIII Orte und der Bünde nach Badeil auszuschreiben.
(S. u. Thurgau.) «. Alls das Schreibeil des Kaisers an die katholischeil Orte soll geantwortet werden,UM sei entschlossen, nichts gegeil die Erbeinigung einzugehen, in der Hoffnung, daß auch der Kaiser nichtsWatten werde, was derselben zuwiderlaufe, I. Uri berichtet, es habe zur Beglückwünschung des neu^'wählten Papstes und zu dem gewöhnlichen Fußfall den Oberst Johann Konrad von Veroldingen verordnet.Wenn das eine oder andere Ort gesonnen sei, auch noch jemand abzuordnen, so könne man sich iiber die'äustruction mit einander noch vergleichen. K. Von Mailand her ist Bericht gekommen, daß in Paris dieausgebrochen und daß jene Stadt und die umliegende Landschaft bis aus vier Meilen Wegs „verbanditet"Die Obrigkeiten sollen darauf achten, daß niemand ohne ordentliche Paßpvrte durchgelassen werde.
^ (S. u. Lauis und Mendris.) I. (S. u. Vier ennetb. Vogteien überh.) It. Alis die Klage der Scholaren inWcnlcind, daß ihnen das Geld bei der Kammer noch immer ausstehe, wird abermals an den Gubernator
45