21Gesundheit und seine Kräfte aufgeopfert hat, inUnvermögenheit, Mangel und Armuth ge-räth: wäre es nicht der schwärzeste Undankund die größte Lieblosigkeit, wenn diejenigen,die mit zeitlichen Gütern gesegnet sind, sichnicht um ihn bekümmern, sich seiner garnicht annehmen wollten? Wie? Hat dich,der du mehr besitzest denn andere, dein Gottdarum vorgezogen und erhoben, um mit Ver-achtung und Geringschätzung auf den Gerin-gern herab zu blicken, oder ihn gar zu über-sehen? Hat er dir das, was du hast, bloß fürdich gegeben? Liegt nicht selbst in der ungleichenVertheilung ſeiner Gaben ein deutlicher Wink:der Gesunde soll sich des Kranken, der Reichedes Armen, der Vermögende des Unvermö-genden annehmen? Sei immerhin in Aus-theilung deiner Wohlthaten vorsichtig, nimmZeit und Umstände zu Rathe, sieh zugleichauf dich selbst und auf die Bedürfnisse derer,die dich zunächst angehen, und suche dem Miß-brauch deiner Mildthätigkeit möglichst vorzu-beugen: nur vergiß es nicht, daß der, der dei-ner bedarf, deines gleichen, ein Mensch ist;und vielleicht ein beßerer, verdienstvollererMensch, wie du? Sei daher nicht gar zu klug,
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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