20zu unterstützen; ja nicht einmal darauf zuwarten, biß man angesprochen wird, sondernzuvor zu kommen, und sich des Leidenden aufdie thätigste Weise anzunehmen.Auch das ist Pflicht des Menschen,Wir können doch nicht alle in der Welt reichund begütert seyn. Eine Verschiedenheit derGlücksgüter ist so nothwendig wie der Stän-de. Es hat hier die nemliche Bewandniß, wiemit dem menschlichen Körper. Wenn derganze Leib Auge wäre, wo bliebedas Gehör? So er ganz Gehörwäre, wo bliebe der Geruch? Eskann das Auge nicht sagen zurHand, ich darf dein nicht: oder wie-derum das Haupt zu den Füßen,ich darf euer nicht. Sondern dieGlieder des Leibes, die uns dün-ken die schwächesten zu seyn, sinddie nöthigsten. Eben so verhält es sich auchmit der menschlichen Gesellschaft. Gerade dieunansehnliche, ärmere und geringere Claßeleistet ihr die unentbehrlichsten Dienste; undzwar, wie dieß sehr häufig der Fall ist, fürkleine, unbedeutende Belohnungen. Wennnun jemand aus derselben, nachdem er seine
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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