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August 1620.
i». Es werde» Schreibe» von Zürich und Bern, von dein Gubernator zu Mailand und ein Vortragdes Ainbassadors Casati angehört. Dieser läßt sich dahin vernehmen, die .Katholischen im Beltlin seien,nachdem sie um ihre Freiheiten und Nechtsame lange vergebens angehalten hätten, genöthigt worden, sich z»entschließen, Gewalt mit Gewalt abzutreiben. Da deren Gegner sich bei den neugläubigen Orte» um Hülfebeworben hätten und diese bereits im Anzug sei, so möchten die Orte zu Erhaltung der wahren katholischenReligion das Ihrige muh thun. Der König habe keine Ansprüche an das Beltlin, auch der Guberuator seinicht gesinnt, sich desselben zu bemächtigen, sondern wünsche blos, die Drangsal von den katholischen Bell-linern abzuwenden und den Krieg von den mailändischen Grenzen abzuhalten. — Abgesandte von Statthalter,Rath und Gemeinde zu Diseutis und von Uebersax berichten, sie seien gemahnt worden, ins Beltlin zu ziehe»,hätten aber nicht geeilt, da die Beltlincr erklärten, daß sie sich nicht „abwerfen", sondern nur ihre Religio»und Freiheiten erhalten wollten. Alis den ergangenen Drohungen müsse man schließen, daß die Reuglä»-lügen entschlossen seien, die Katholischen anszureuten. Sie selber seien auch entschlossen, sich zu retten, u»dbitten nur Rath und Beistand und namentlich darum, daß die Pässe geschlossen werden möchten. — Ein Ab-gesandter aus dem Beltlin erzählt in „geschickter Oratio»", was für ein Zwang ihnen von der Widerpartin Ausübung der wahren katholischeil Religion, entgegen der 1584 von gemeinen Eidgenossen aufgestellte»Ordnung, angethan werde. Die Tyrannei in den zeitlichen Sachen hätten sie nicht mehr geachtet, sonder»sie mit Geduld ertragen; da aber die Religion das höchste Gilt sei, welches der Mensch von Gott habe, seie»sie schließlich gezwungen worden, zu dem äußersten Mittel ihre Zuflucht zu nehmen. Die Orte möchten, dadie Borfahren jeweilen als Beschirmer der wahren Religion und der wider Recht Bedrängten sich Ruhmerworben hätten, ihren leidigen Stand beherzigeil und sie in ihren Schutz und Schirm aufnehmen. — DieGesandten sehen einerseits ein, daß seit Jahren die neuglänbigen Orte daraus ausgehen, der katholische»Religion Abbruch zu thun, und daß der bevorstehende Zug ebendenselben Zweck habe, daß daher dem Bolleder Paß nach Blinden nicht zu gestatten sei und alle Verbündeten und benachbarten katholischen Fürsten s»Hülfe gemahnt werden sollteil; andrerseits aber halten sie es für gefährlich, die Verheerungen des Kriegesin das Baterland zu ziehen, und für passender, den Krieg die Fürsten, welche er eher als die Eidgenosse»angehe, außer Landes ansfechten zu lassen, znmal da im andern Falle sich die Orte aller Mittel, zum Frie-den zu gelangen, berauben würden und sie zur Führung eines länger» Krieges nicht gerüstet wären,wird daher beschlossen, sofort eine Gesandtschaft nach Zürich zuschicken, um die durch den Badischen Abschiebveranlaßte Antwort zu geben und zu erklären, man glaube, daß die in die Bünde geschickte Bolkshülfe fürdiese sowohl als für Zürich wegen der entstehenden Weitläufigkeiten eher nachtheilig sein werde, halte heauch nicht für so nothwendig, da die Bünde nicht voir fremder Macht angegriffen und die Beltliner nichtgesinnt seien, den Gehorsam zu verweigern, sondern nur bei ihrer Religion und bei den alten Berkoi»"^nissen zu bleiben; sie möchten ihr Volk so lange zurückhalten, bis die Gesandten ihren Auftrag verrichtethätten; für diesen Fall sei man bereit, ebenfalls Gesandte zu schicken. Bon dem oberen Bund beide»Bünden um Hülse und um Sperrung des Passes gemahnt, könne man von Ehr' und Eideil wegen'solchenicht wohl abschlagen. Zugleich sollen die Gesandteil auf die vom spanischen Ambassador in seinem obe»angeführten Bortrage gegebenen Erklärungen hinweisen. Sollteil diese Vorstellungen erfolglos sein, so müßteman sich ebenfalls mit Volk gefaßt machen und die Religion, falls den geschehenen Erklärungen zuwiderdieselbe angetastet werden sollte, mit allen Mitteln verthcidigen. Die nach Zürich gehenden Gesandte» er-halten Vollmacht, gleich nach ihrer Rückkehr eine fünförtische Zusammenkunft auszuschreiben, um ihren ^e-