Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

November 1619,

Ccmferenz der V katholischen Orte.

Gersau. 2!!. November.

Staatsarchiv Liiccr». Msch.e» anno lolS .Nd. XII. kol. ll5. Lavdcsarchiv Nivwaldc».

Gesandte: Luccrn. Heinrich Cloos, Ritter, Venner; Niidolf Pfhffer, Ritter, beide des Raths. Uri.Emanuel Beßler, Ritter, Landammanu nnd Pannerhcrr; Johann Konrad von Beroldingcn, Ziitter, AlbLandammann. Schwyz. Balthasar Khd, Seckelmeister; Johannes Abhbcrg, beide des Raths. Unter-walden. Atelchior Jmfeld, Alt-Landammann nnd Pannerherr, von Obwalden; Crispinns Zelger, Land-ainmann; Johann Lussi, Ritter, Alt-Landammann, von Nidtoalden. Zug (Niemand).

z». Diese Zusammenkunft ist ausgeschrieben worden wegen des von der Herrschaft Venedig beurlaubte»Kriegsvolkes, welches wieder von den nnkatholischen unterteil Fürsten in Deutschland in Dienst genommenworden sein soll und bereits den Paß durch die Vogtei Sargans genommen hat. Es wird zuerst ange-hört, was Zürich dem Landvogt zu Sargans wegen des Durchzuges ernstlich geschrieben hat, sodann derBericht der Gesandten Lucerus. Luceru hatte nämlich ans Anhalteil Zürichs und auf dessen Versicherunghin, daß^diescs Volk noch keinen Dienst habe, und daß Zürich desselben keineswegs begehre, den Durch-zug bewilligt, auch deßhalb, weil derselbe aus zwei Tagsatzungen fiir kleine Abtheilungeu ohne Ueberwejn'gestattet worden sei. Die vier übrigen Orte habeil Befehl, den Paß zu verschließen mit Rücksicht auf dieErbeiniguug und zu Verhütung von Schaden, welchen dieses Volk den verbündeten Fürsten, der katholische»Religion und dem Vaterlande verursachen konnte, und dem Landvogt von Sargans den früher gegebene»Befehl zu erneuern. Luceru nimmt dieß in den Abschied und wird seineu Entschluß dem Landvogt >-theilen. li»° Daß die Frauen zu Fahr sich aus dem Gotteshalls entferneil oder bei Zürich Schirm suche»,findet man unpassend. Sollte etwas Widriges vorfallen, so wird man sie bei Zeiten davon in Kenntnis!setzen, v. Lncern soll beförderlich voll Zürich Bericht begehren, was dessen und der übrigen Städtesandte zu Bern ausgerichtet haben. Der Landvogt im Thurgau meldet, was er bei dem Bischof und derStadt Constanz, sowie bei der Ritterschaft im Hegau ausgerichtet hat. Man läßt ihm dafür danken n»dihn wieder ermahnen, gutes Aufsehen zu haben, den katholischen Landleuten freundlich zuzusprechen und, wa?ihm begegne, jederzeit zu berichten. (S. u. Rheinthal.) f. Landrichter von Mont und Mithaftcn bekl»-geu sich über die Unbilligkeit lind Drangsal, welche sie lind andere ehrliche Bttndner früher erlitten habe»und trotz dem gegebenen Geleit noch erleiden müssen. Sie bitten, daß man sie vor solcher Gewalt schirme, ^meistenthcils von den Prädicanten und Anderen außer dem Land herrühre. So gerne man ihnen h>>^'-so findet man doch kein anderes Mittel, als daß man nochmals die beiden Könige ersuchen will, sich d0'Sache anzunehmen. Uri soll mit dem Ambassador Casati reden und dem Gubernator schreiben, daßProtestanten neben Ausrottung der katholischen Religion den'Besitz des Passes voll und nach Italicbezwecken. Dem Herrn Miron soll mitgetheilt werden, daß man dieß wegen der großen Gefahr unddie Sache keinen Verzug erleide, au den Gubernator zu Mailand habe gelangen lassen. Z»-. Weil die gr>WMünzsorteu immer im Preise steigen, die mindern an Gehalt abnehmen, wodurch die Waaren in AufsclMkommen, so hält mau es für sehr uothweudig, daß jede Obrigkeit ein Einsehen thue und eine feste Ordn»"b