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5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
76
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Juni 1619.

von jcdcm Hochgricht fünfzig Mann sich in daS Engadin verfügen, und sie mit Gwalt bezwingen, ihre Ge-sandten aber, die sie zu ihrer Entschuldigung für die Näthc gemeiner III Bünde geschickt, von ihrer Widerparte!gefänglich etliche Tage verwahren lassen. Bald sich etliche spanische Nädlinführer zu den bündncrischcn Ban-diten begeben, mit ihnen Rath gehalten, angehendS auf die Gemeinden gereiset und sie durch Fürgebnngmancherlei Unwahrheit zu Aufruhr bewegt, .darzu sich die französischen Dolmetschen geschlagen und an reich-lichcm Spendieren gar nichts ermangeln lassen.

Jr Fürwenden ist insonderheit gsin, man müsse den bedrängten Engadinern zu Hilfe kommen, st!um die Religion zu lhun, dann man wolle einen evangelischen Bischof setzen, man habe mehr Verräthetim Land, man habe den Banditen Unrecht gcthan, man müsse des Erzpriesterö Tod rächen und die Schuleim Veltlin zerstören, dann Jtalia kein italiänische evangelische Schule leiden möge. Hicmit haben sie zu de»Waffen gebracht die großen katholischen Gemeinden im obern Bund, nicht ohne großen Widerstand, also daß,wann eS nicht mit nntrüen, heimlichen und öffentlichen Praetiken sannnt genügsamer Vertröstung um alle»Unkosten zugegangen, sie das Mehr in keiner Gemeinde machen können. Als nun Diseutis, Lugnetz, ein ThcilWaltersburger Hochgerichts lluid Ober-Bergell aufgebrochen, sind sie bei fünf Wochen ohne Verrichtungeiniger Sachen zu Ems, TaminS nnd Ehnr gelegen; der gmcinc Mann hat angefangen gar unwillig wer-den, ihre Hauptleutc gescholten, und meistenlhcils wiederum sich nach HanS begeben, auch angeschlagen, in wenigTagen sich wieder mit den Fähnlein heim zu verfügen. I» dein kommt der FranzoS in großer Eil, bewegtnoch mehr Gemeinden zum Gwalt, nämlich Oberhalbstein, Obervatz, Chur, Ortcnstein und wird durchAnschlag dcS Dolmetschen Molina und etlicher Hauptleuteu Herr Jacoben Joder, gewesener Nichter desferndrigcn Strafgerichts gefangen. Da die Gutherzigen gesehen, daß diese Partei anfängt zur Gewalt grei-fen, und besorget, sie werde mithin durch Mittel des französischen und spanischen Gelds, der katholischen Ge-sandten trügcnlichen Fnrgeben und der Banditen Freundschaft nnd Anhang mehr Zufall gewinnen, habe«sie sich bedacht in die Gegenwehr zu stellen, sind aso alle Evangelische im obern Bund aufgebrochen, wieauch Unter-Engadin, Unter-Bcrgell, Fürstenau, vier Dörfer, Bergnn; Ober-Engadin aber, Pnschlaf n»dMünsterthal haben allein etliche Personen in kleiner Anzal ohne Fähnlein geschickt, sind auf Domlcschg u»dTaminS zugezogen, da dann die spanischen angehends aufgebrochen nnd haben sich allesammt in die Stadt Ch»lbegeben; die evangelischen Ober-Bnndncr haben sich zu Ems gelagert, die GottcShanstschen in die Vorstadtzu Ehnr. Hierzwischcn hat der Zehngcrichten-Bund eine Versammlung auf DavoS gehalten und beschlossen,eS solle ein jedes Hochgericht mit 169 Mann sannnt dein Fähnlein aufbrechen, sich in die Herrschaft Mayett-feld begeben und als gute Mittelsleute sich in die Sach legen, welches Chnrwalden zuerst übersehen und a»-gehendS in die Stadt gezogen; die übrigen haben sich einmal zu Malanö niedergelassen, aber durch Bctrnßihrer Führer nnd Unbeständigkeit dcö gemeinen Manns verschiencneö MontagS und ZinstagS den 7. nnd 8. Ii"''auch auf Chur gereiset.

Auf den 7. dicß sind die aus der Stadt auf die unbewaffneten drei Fähnlein der Engadiner ausgefallen,ihnen die Fähnlein zerzerrt und genommen, vier Personen leiblvS gelegt, etliche verwundet, 79 gefangen,darunter ein Prädicant Jacobuö Anthonins nnd ein Hauptmann Anthoni Wieland sind; hernach haben si^zwcen andere Prädicanten gefangen.

Die Engadiner wollen die Schmach nicht ungcrochen lassen, reisen auf die gutherzigen Gemeinden,. derenweit daS Mehr ist, rufen sie um Hülfe an und vermeinen selbst auch mit dem Panner aufzubrechen.

Der Franzos, die katholischen Orte nnd die Banditen haben ihre Botschaften alle Stund zusammen,verfügen sich auch oftcrmalcn gen Nagaz, mündlich mit den Banditen zu reden.

Ihr Fürhabcn ist, der evangelischen Religion einen großen Abbruch zu thun, in Aufhebung der Sehn!,Verfolgung der Prädicanten, deren sie keine, so nicht ihrer Faclion sind, unter dem Volk dulden, Einsetzung