66 Mai 1619.
Gl.
Gemeineidgenössische Tagsatzung der Xlll Orte.
Baden. t«1Ä, 7. bis w. Mai.
Staatsarchiv Zürich. XII. IM. kol. i?l. Staatsarchiv L»ccr». Absch. <W anno NN». XII. toi. 25.
Eidgo». Archiv zu Aara». Gcm-Weidg. Abschiede, Bd. lg.
Gesandte: Zürich. Hans Heinrich Holzhalb, Bürgermeister; Hans Georg Grebel, des Raths. Bern.Albrecht Manuel, Schultheiß; Adrian Knecht, Venner. Lucern. Ludwig Schürpf, Ritter, Schultheiß!Heinrich Clvos, Ritter, Venner. Uri. Emanuel Beßler, Ritter, Landammann und Pannerherr; HeinrichChristoph Trösel), Alt-Landammann. Schwhz. Jost Schilter, Landammann; Christoph Schorno, Statt-halter. Unterwaldeu. Anton VonZuben, Landammann, vvn Obwalden; Johann Leu, Ritter, Landamman»,von Nidwalden. Zug. Beat Jakob Frey, Ritter, Statthalter; Beat Jakob Mehenberg, des RathsGlarus. Fridolin Bussi, Landammann. Basel. Hans Lukas Jselin, der Jüngere, des Raths; Jvhan»Friedrich Nyhiner, Stadtschreiber. Freibnrg. Niklaus von Diesbach, Schultheiß; Heinrich Lamberger,Ritter, Alt-Burgermeister. Solothurn. Hans Georg Wagner, Schultheiß; Wernher Saler, Stadtfähnrichund des Raths. Schaffhausen. Hans Heinrich Schwartz, Burgermeister; Hans Konrad Peher, Statt-halter. Appenzell. Achatius Wiser, Landammann, von Jnnerrhoden; Johann Scheuß, Landamman»,von Außerrhvden.
iT. Diese Zusammenkunft ist angesetzt worden, weil in deutschen und wälschen Landen allerlei Nüstungc»gemacht wurden und große Kriegsmacht an den eidgenössischen Grenzen stand. Besorgnis; erregte ins-besondere das im Elsaß liegende Leopoldische Volk. Obgleich von der österreichischen Regierung versichertworden ist, daß dasselbe blvs gegen die rebellischen Böhmen bestimmt sei, so weis; man doch, daß vergleiche»aus allen Nationen zusammengelaufenes Volk nicht immer im Zaum gehalten werden könne. Die vierStädte, welche mit "Mülhausen noch im Bund stehen, haben deßhalb Ü(X> Musketiere dahin geschicktDamit nicht das in Italien liegende Volk durch die Eidgenossenschaft ins Reich ziehe, sollen einige Wache»jenseits des Gebirges aufgestellt werden. ?»- Die Commissarien der vorderösterreichischen Negierung, JunkerHans Rudolf von und zu Schönau und Or. Christian Schmidlin zeigen den Tod des ErzherzogsMaximilian an und den Antritt der Regierung der vorder- und vbcrösterreichischen Lande durch ErzherzogLeopold. Sie bitten um Haltung der ewigen Erbeinung und erklären, das; die Werbungen im Vorder-österreichischen einzig zu dem Zweck stattfinden, um die Böhmen zum Gehorsam zu bringen, nicht zw»Schaden irgend eines Churfürsten oder Standes des römischen Reiches, viel weniger der EidgenossenschaftMan werde dafür sorgen, daß der Durchzug durch die vorderösterreichischen Lande so schnell als möglichgeschehe, damit Handel und Wandel ungestört fortbetrieben werden könne. Die Mittheilung wird verdanktund die neue Negierung Vordcrösterreichs beglückwünscht; die Erbeinung werde man lvie bisher halte»'Zugleich wird darum angesucht, das; das Kriegsvolk im Elsaß bald abgeführt werden möchte, damit dasGetreide nicht vertheuert werde und Angelegenheiten erspart bleiben. — Alle Orte erklären ihre Bereit-willigkeit, die Bünde nach dem Buchstaben in allen Treuen zu halten. Für den Fall, daß fremdes Volkaus Italien durch das Land ziehen wollte, ersucht Zürich die betheiligten Orte, sich den gefaßten Beschlüssegemäß zu verhalten, weil dadurch allerlei Argwohn vermieden werden könne. «. Es wird ein Schreibe»des französischen Ambassadors Miron verlesen, welches derselbe aus Auftrag seines Königs an die Tagsatzw'lk